Kaspar Hauser und der deutsche Geist

 

Lieber Markus

Am 3. April 1830 fiel in Kaspar Hausers Zimmer im Hause Biberbach ein Pistolenschuss. Seine beiden sich im Vorzimmer aufhaltenden Bewacher fanden Hauser bewusstlos und am Kopf blutend auf dem Boden liegen. Zwei Jahre zuvor war Kaspar Hauser als "Findling" am Pfingstmontag, dem 26. Mai 1828 in Nürnberg aufgetaucht. Der am 30. April geborene Kaspar Hauser wurde am 18. Juli 1828 zur Pflege und Erziehung bei dem Gymnasialprofessor und späteren Religionsphilosophen Georg Friedrich Daumer untergebracht, der ihm in der Folgezeit Unterricht erteilte. Kaspar Hauser gab nach seinem Auftauchen an, bis dahin in einem Kerker eingeschlossen gewesen zu sein und nannte auch seinen Namen. Daraufhin verdichteten sich Gerüchte, Hauser sei der 1812 geborene Erbprinz von Baden, den man gegen einen sterbenden Säugling getauscht und beiseite geschafft habe, um einer Nebenlinie des badischen Fürstenhauses die Thronfolge zu ermöglichen.
Am 17. Oktober 1829 wurde Kaspar Hauser mit einer Schnittwunde aufgefunden, die ihm von einem Attentäter zugefügt worden sein sollte. Aus Sicherheitsgründen wurde Hauser danach bei der Familie des Magistratsrates Biberbach untergebracht.
Hauser gab später in Bezug auf den Pistolenschuss an, dass er auf einen Stuhl gestiegen sei, um an ein Buch zu kommen. Als dieser umfiel, habe er sich an einer an der Wand hängenden Pistole festzuhalten versucht und so den Schuss versehentlich ausgelöst. Die Wunde auf der rechten Kopfseite stellte sich als ungefährlich heraus; es ist zweifelhaft, ob sie durch den Schuss verursacht wurde.[11] Der Vorfall veranlasste die örtlichen Behörden, sich erneut mit Kaspar Hauser zu befassen. Da dessen anfangs gutes Verhältnis zur Familie Biberbach mittlerweile getrübt war, brachte man ihn für eineinhalb Jahre bei seinem Vormund Gottlieb von Tucher unter.[12] Dort wurde er strenger gehalten, insbesondere wurde der Andrang neugieriger Besucher eingeschränkt.
Trotz der Abschottung durch den Vormund gelang es dem englischen Dauerreisenden Philip Henry Earl Stanhope, den überall das Außerordentliche anzog, Hausers Bekanntschaft zu machen. Stanhope bemühte sich um die Pflegschaft Hausers, und nachdem er sie im Dezember 1831 erhalten hatte, brachte er ihn in Ansbach im Haushalt des Lehrers Johann Georg Meyer unter. Hiermit folgte er einem Vorschlag des Gerichtspräsidenten Anselm von Feuerbach, der die Fürsorge für das moralische und physische Wohl Kaspars während der Abwesenheit Stanhopes übernahm; der Gendarmerieunterleutnant Josef Hickel wurde zum „Spezialkurator“ bestellt. Er besaß das Vertrauen Feuerbachs und hatte Zugriff auf die Untersuchungsakten. Stanhope wandte hohe Geldsummen auf, um Hausers Herkunft zu klären. So finanzierte er zwei Ungarnreisen, weil Laute dort gesprochener Sprachen bei Hauser Erinnerungen zu wecken schienen. Später erklärte der Lord, die Ergebnislosigkeit dieser Reisen habe bei ihm erste Zweifel an der Echtheit der Geschichte Hausers geweckt. Im Januar 1832 verließ Stanhope Ansbach und erschien nie wieder. Zwar kam er weiterhin für Kaspars Unterhalt auf, doch aus einer Umsiedlung nach England, die er seinem Schützling in Aussicht gestellt hatte, wurde nichts. Nach Hausers Tod rückte Stanhope endgültig von ihm ab. In seinen Materialien zur Geschichte Kaspar Hausers (Heidelberg 1835) trug er alles ihm bekannte Belastungsmaterial gegen Hauser zusammen, denn er halte es für seine Pflicht, „öffentlich zu gestehen, daß ich getäuscht wurde“.[13] Der Spezialkurator Hickel bescheinigte dem Lord in einem amtlichen Bericht:[14] „Er liebt die Wahrheit und haßt den Lügner auf immer“.[15]
In Ansbach verkehrte Kaspar Hauser in den besten Gesellschaftskreisen. Er besaß ein gewinnendes Wesen und war als leidenschaftlicher Tänzer beliebt; eine engere Beziehung zu einer Frau hatte er aber nie. Gespannt war Hausers Verhältnis zu Lehrer Meyer, einem pedantisch-strengen Charakter, dem er später auf dem Sterbebett dennoch seinen „sehr großen Dank“ aussprach. Nach Meyers Meinung war Hauser für Berufe, die eine höhere geistige Ausbildung erfordert hätten, ungeeignet. Von Feuerbach brachte ihn daher Ende des Jahres 1832 bei seinem Gericht als Schreiber und Kopist unter. Seelsorgerisch betreut wurde Hauser vom Pfarrer Fuhrmann, der ihn auch am 20. Mai 1833 in der Gumbertuskirchein Ansbach konfirmierte. Wenige Tage später, am 29. Mai 1833, verstarb Anselm von Feuerbach, ein für Kaspar schmerzlicher Verlust.[16]
Am 14. Dezember 1833 erlitt Hauser eine lebensgefährliche Stichverletzung. Er gab an, ein Unbekannter habe ihn im Namen des Hofgärtners zur Besichtigung des artesischen Brunnens im Ansbacher Hofgarten eingeladen. Dort habe er jedoch niemanden angetroffen. Daraufhin sei er in Richtung des Uz-Denkmals gegangen; hier habe ihn ein bärtiger Mann angesprochen, ihm einen Beutel überreicht und, als er danach griff, zugestochen. Der im Hofgarten gefundene, lilafarbene Damenbeutel enthielt einen Zettel mit in Spiegelschriftgeschriebenem Text:[17]
„Hauser wird es euch ganz genau erzählen können, wie ich aussehe, und wo her ich bin. Den Hauser die Mühe zu ersparen will ich es euch selber sagen, woher ich komme _ _ Ich komme von von _ _ _ der Baierischen Gränze _ _ Am Fluße _ _ _ _ _ Ich will euch sogar noch den Namen sagen: M. L. Ö.“
Kaspar Hauser starb am 17. Dezember 1833 gegen 22 Uhr an den Folgen der Stichwunde. Die an der gerichtsmedizinischen Untersuchung beteiligten Ärzte waren sich nicht einig, ob die Wunde durch Selbstverletzung oder durch Fremdeinwirkung verursacht worden war. König Ludwig I. setzte die damals außergewöhnlich hohe Summe von 10.000 Gulden als Belohnung für die Ergreifung eines etwaigen Täters aus, allerdings ohne Ergebnis. Das Kreis- und Stadtgericht Ansbach vertrat nach Abschluss der Untersuchungen am 11. September 1834 die Ansicht, man könne sich „des begründeten Zweifels nicht erwehren, ob ein Mord von fremder Hand an Hauser verübt, ob überhaupt ein Verbrechen an ihm begangen wurde“.[18] Polizeirat Merker entschied sich in einer weiteren Schrift für „Selbstverwundung ohne Tötungsabsicht“.[19] Kaspar selbst äußerte auf dem Sterbebett gegenüber Pfarrer Fuhrmann: „Warum sollte ich Zorn oder Hass oder Groll auf die Menschen haben, man hat mir ja nichts getan.“[20]
Es gibt gute Gründe zur Annahme, dass Kaspar Hause einem dynastischen (oder sogarVerbrechen zum Opfer gefallen ist.
Kaspar Hausers Grabstein auf dem Stadtfriedhof von Ansbach.
Denkmal am Ort des angeblichen Attentats im Ansbacher Hofgarten.
Kaspar Hauser wurde am 20. Dezember 1833 unter starker Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Ansbacher Stadtfriedhof beigesetzt. Sein Grabstein trägt die lateinische Inschrift:
„HIC JACET CASPARUS HAUSER AENIGMA SUI TEMPORIS IGNOTA NATIVITAS OCCULTA MORS MDCCCXXXIII“
„Hier liegt Kaspar Hauser, Rätsel seiner Zeit, unbekannt die Herkunft, geheimnisvoll der Tod 1833.“
Im Hofgarten errichtete man unweit des Uz-Denkmals einen Gedenkstein mit der ebenfalls lateinischen Inschrift:
„HIC OCCULTUS OCCULTO OCCISUS EST XIV. DEC. MDCCCXXXIII“
„Hier wurde ein Geheimnisvoller auf geheimnisvolle Weise getötet 14. Dez. 1833.“[17]
 

Hier noch ein Ausschnitt des Artikels auf Anthrowiki über Kaspar Hauser:

https://anthrowiki.at/Kaspar_Hauser Im Mai 1832 lernt Lord Stanhope Kaspar kennen. Sie freunden sich an und Lord Stanhope will ihn mit auf sein Schloss in England nehmen. Er wird im November neuer Vormund von Kaspar. Am selben Tag (29. November 1832) zieht Kaspar Hauser von Nürnberg nach Ansbach. Er wohnt erst bei Anselm von Feuerbach und später bei seinem neuen Lehrer Johann Georg Mayer. Von dem zwielichtigen Lord hört Kaspar nichts mehr.

Mayer unterrichtet Kaspar und mithilfe Feuerbachs beginnt er eine Ausbildung als Gerichtsschreiber.

Ein zweites Attentat, das am 14.12.1833 im Ansbacher Hofgarten auf Kaspar Hauser verübt wird, übersteht er nicht. Er erliegt den Stichverletzungen. Im "Nürnberger Korrespondenten" erscheint folgende Todesanzeige: " ...Kaspar Hauser, mein geliebter Kurand, ist nicht mehr. Er starb zu Ansbach, gestern nacht um 10 Uhr an den Folgen der am 14. ds. Mts. durch einen Mäuchelmörder erlittenen Verletzungen. Ihm, dem Opfer greulvoller elterlicher Unnatur, sind nun die Rätsel gelöst, an welche die Vorsehung sein trauriges Dasein geknüpft hatte. Im ewigen Frühling jenseits wird der gerechte Gott ihm die gemordeten Freuden der Kindheit, die untergrabene Jugend und die Vernichtung für ein Leben, das ihn erst seit 5 Jahren zum Bewußtsein des Menschen erhoben hatte, reich vergelten. Friede seiner Asche! Nürnberg, am 18.Dezember 1833 Binder, 1.Bürgermeister..."[3]

Auf dem Ansbacher Stadtfriedhof befindet sich ein Grabstein mit folgender Aufschrift: "Hic iacet Casparus Hauser. Aenigma sui temporis. Ignota natavitas. Oculta mors." - "Hier ruht KASPAR HAUSER – Ein Rätsel seiner Zeit, unbekannt die Herkunft, mysteriös der Tod."[4]

Wer sich aus anthroposophischer Sicht mit dem Fall befassen möchte, der kommt an den bahnbrechenden Studien von Peter Tradowsky nicht vorbei.

Demnach handelt es sich bei Kaspar Hauser - trotz der 1996 mit großem publizistischem Aufwand platzierten Genanalyse - eindeutig um den badischen Erbprinzen.

Rudolf Steiner über Kaspar Hauser

„Der nicht hoch genug zu schätzende Professor Daumer hat diesen Fall gut beobachtet an jenem für viele so rätselhaften Menschen, der einmal auf geheimnisvolle Weise in diese Stadt hier hereinversetzt worden ist, und der auf ebenso geheimnisvolle Weise in Ansbach den Tod gefunden hat; derselbe, von dem ein Schriftsteller sagt, um das Geheimnisvolle seines Lebens anzudeuten, daß, als man ihn hinausgetragen hat, ein Tag war, wo an der einen Seite am Rande des Himmels die Sonne unterging und auf der entgegengesetzten Seite der Mond aufstieg. Sie wissen, daß ich von Kaspar Hauser rede. Wenn Sie absehen von allem Pro und Kontra, das in bezug auf diesen Fall geltend gemacht worden ist, wenn Sie nur auf das sehen, was unter allen Umständen belegt ist, so werden Sie wissen, daß dieser Findling, der einfach einmal da war auf der Straße, der, weil man nicht wußte, woher er gekommen war, das Kind Europas genannt worden ist, daß er nicht lesen, nicht rechnen konnte, als man ihn fand. Er hatte in einem Alter von zwanzig Jahren nichts von dem, was durch den Intellekt erworben wird, aber merkwürdigerweise hatte er ein wunderbares Gedächtnis. Als man anfing ihn zu unterrichten, als die Logik in seine Seele trat, schwand das Gedächtnis. Dieser Übergang im Bewußtsein war auch noch mit etwas anderem verbunden. Eine unbegreifliche, geradezu eingeborene Wahrhaftigkeit war ursprünglich in ihm, und gerade an dieser Wahrhaftigkeit wurde er immer mehr und mehr irre. Je mehr er an der Intellektualität naschen durfte, desto mehr schwand sie dahin.

Wir könnten manches studieren, wenn wir in diese Seele uns vertieften, die künstlich zurückgehalten worden war. Und gar nicht so unbegründet ist für denjenigen, der auf dem Boden der Geisteswissenschaft steht, die Volkstradition, die die gelehrten Leute von heute nicht glauben und die da berichtet, daß Kaspar Hauser, als er noch gar nichts wußte, noch gar keine Ahnung davon hatte, daß es Wesen außer ihm von verschiedener Gestalt gebe, daß er da eine merkwürdige Wirkung ausübte, wenn er mit ganz wütenden Tieren zusammengebracht wurde. Die wilden Tiere duckten sich und wurden ganz sanftmütig. Es strömte von ihm etwas aus, was bewirkte, daß solch ein Tier, das jeden anderen zornig anfiel, sanft wurde.“ (Lit.:GA 104, S. 19f

„Es würde durchaus ein Fortschritt sein, wenn die Menschen - sie brauchen ja nicht bloß zu der Redensart zu kommen: es ist gutes und schlechtes Wetter, das ist sehr abstrakt -, wenn die Menschen wiederum dazu kommen würden, indem sie das oder jenes sich erzählen, nicht zu vergessen, was bei diesem oder jenem Ereignis, das erlebt worden ist, für Wetter war, für Erscheinungen überhaupt in der Natur waren.

Es ist dies außerordentlich interessant, wenn bei auffälligen Erscheinungen dies noch da oder dort erwähnt wird, wie das zum Beispiel für den Tod des Kaspar Hauser erwähnt wird, weil es eine auffällige Erscheinung war, daß auf der einen Seite die Sonne unterging, während auf der andern Seite der Mond aufging, und so weiter.“ (Lit.:GA 222, S. 113

"Rudolf Steiner (brachte) die Antwort: er habe geistig untersucht da, wo Caspar Hauser in das physische Dasein trat und dort, wo er ermordet wurde. Er habe aber weder eine vorhergehende, noch eine nachfolgende Verkörperung finden können. Es handle sich hier um ein höheres Wesen, das eine besondere Mission auf Erden hatte." (Keyserlingk, Graf A. von: Koberwitz 1924. Geburtsstunde einer neuen Landwirtschaft (1974), Seite 67) [Der bulgarische Anthroposoph Dimitar Mangurov meint eine frühere Inkarnation von Kaspar Hauser identifiziert zu haben: Nach ihm war Kaspar Hauser der gute Schächer am Kreuze zu Golgatha, an der Seite Christi. ("Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein").][5]

Zitat

"Der spirituelle Zustand der europäischen Bevölkerung im Beginn des 19. Jahrhunderts wird drastisch dadurch deutlich gemacht, dass Kaspar Hauser sozusagen in den Kerker hineingeboren wird, wenige Tage nach seiner Geburt am 29. September 1812 wird er aus seinem Sonnenschloß entführt, um es nie wieder zu sehen. Das Geschehen kann als eine Real-Imagination verstanden werden. Denn vor den Augen der geistigen Welt war schon durch den damals wirkenden Materialismus eine Situation entstanden, die in der geistigen Welt ein neues Christus-Opfer erforderte. Die Finsternis des Materialismus in den Seelen wurde durch den Tod in die geistige Welt hineingetragen, wo sie zu einer Art zweiten Kreuzigung Christi führte. Die folgende Auferstehung schuf für das 20. Jahrhundert die Möglichkeit eines individuellen Bewußtseins. Kaspar Hauser vollzog in seinem Martyrium im Diesseits dieses Christus-Opfer nach. (...) Kaspar Hauser wurde mit Recht als <<Kind Europas>> erkannt und bezeichnet. Das <<Kind Europas>> erregte zwar europaweit großes Aufsehen, aber seine Botschaft wurde wenig verstanden und aufgegriffen. Das <<Kind Europas>> brachte die Botschaft, den Ursprung des Menschen in der geistigen Welt nicht zu vergessen. Und für die Deutschen war es insbesondere die dringende Ermahnung, den eigenen Volksgeist nicht zu verraten. Aber auch in dieser Beziehung spricht die Geschichte eine klare Sprache. Als Ausdruck der wirkenden feindlichen Kräfte, die auch auf den Christus-Impuls zielen, wird das <<Kind Europas>> vor Weihnachten 1833 in Ansbach ermordet. Prophetisch ist dieser Mord wie ein Vorspiel auf das Jahr 1933 gesehen worden. Das ist nicht als unabwendbares Fatum zu verstehen. Es gab durchaus die Möglichkeit, das Schicksal zu wenden, aber diese Möglichkeit konnte nicht ergriffen werden ..."[6].

Siehe auch

Literatur

  • Karl HeyerKaspar Hauser und das Schicksal Mitteleuropas im 19. Jahrhundert, Studienmaterialien zur Geschichte des Abendlandes, Bd.9, Kaspar Hauser und das Schicksal Mitteleuropas im 19. Jahrhundert, Perseus Verlag; Auflage: 4., unveränd. Aufl. (1999), ISBN 3907564332
  • Ulrike Leonhardt: Prinz von Baden genannt Kaspar Hauser. Eine Biographie, Rowohlt TB Vlg., Reinbek b. Hamburg 2002
  • Peter Tradowsky: Kaspar Hauser oder das Ringen um den Geist, Dornach 1980
  • Peter Tradowsky: Kaspar Hauser. Das Kind von Europa (zusammen mit Johannes Mayer), Urachhaus Vlg., Stuttgart 1984

    In die Öffentlichkeit trat Peter Tradowsky zunächst mit seinen Vorträgen über Kaspar Hauser, dem "Kind Europas", und ab 1980 mit dem Buch Kaspar Hauser. „Peter Tradowsky hat sich sein Leben lang mit der Persönlichkeit und dem Mythos von Kaspar Hauser beschäftigt. Sein Buch <Kaspar Hauser. Das Kind von Europa> gehört zentral zur Kaspar-Hauser-Forschung.“ (In: Wochenschrift "Das Goetheanum", Nr. 36 vom 8.9.2012, S. 5).

    Es folgten eine intensive, europaweite Vortragstätigkeit und weitere anthroposophische Veröffentlichungen, u. a. zu Demetrius sowie zu Johannes dem Täufer und Lazarus-Johannes. Von 1976 bis 2018 prägte er die anthroposophische Arbeit in der DDR bzw. den neuen Bundesländern massgeblich mit, insbesondere auch die Arbeit im Rahmen der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft.

    Ab 2004 unterstützte er Judith von Halle bei ihrem Kampf um Anerkennung innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft. Auch ihrem Schicksal und dem damit verbundenen Wirken des Christus-Impulses widmete er einige Publikationen. Im Laufe der Auseinandersetzungen um die Stigmatisation Judith von Halles wurde er 2005 von der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland als Geschäftsführer des Arbeitszentrums Berlin entlassen. Nach dem Bruch setzte er seine Arbeit mit Vorträgen und Büchern im Rahmen der Freien Vereinigung für Anthroposophie „Morgenstern“ fort.

    Besondere Anliegen waren ihm die Erkenntnis des Christus-Impulses und seiner Widersacher sowie – damit zusammenhängend – die Betrachtung der Zeitphänomene aus geisteswissenschaftlicher Sicht. Diese Anliegen schlugen sich in seinen Schriften und (publizierten) Vorträgen nieder.

  • Peter Tradowsky: <<Auf neue nach so langer Frist / Soll ich beschimpft, zertreten werden>>. Kaspar Hauser im Geisteskampf der Gegenwart, Vlg. am Goetheanum, Dornach 1998
  • Peter Tradowsky: Vom Opfergang Kaspar Hausers. In: Wochenschrift "Das Goetheanum", Nr. 36 vom 8.9.2012, S. 4 - 5
  • Rudolf Biedermann: Kaspar Hauser: Neue Forschung und Aspekte I. Dokumente - Gegebenheiten - Kommentare, Kaspar Hauser Vlg., Offenbach 1998
  • Ralph Melas Große: Meditative Studien zur Kaspar-Hauser-Forschung, Hiram-Horizont Vlg., 1996
  • Johannes Mayer: Philip Henry Lord Stanhope. Der Gegenspieler Kaspar Hausers. Mayer Vlg., Stuttgart 1988
  • Juliane Cernohorsky-Lücke: Kaspar Hauser - Warum Europa um mehr als einen badischen Kronprinzen betrogen wurde, Ch. Möllmann Vlg., Borchen, 5. Auflage 2016 
  • Rudolf Steiner: Die Apokalypse des JohannesGA 104 (1985),

Und hier die historischen Ereignisse, die sich im Abstand von jeweils 19 Jahren seit dem Attentat auf Kaspar Hauser im Jahre 1830:

Es ist gar nicht so schwierig, sowohl das Weltgeschehen als auch die Gesetze der Naturwissenschaft zu verstehen, wenn man die Gesetze der Kabbala* (Zahlenmystik) zu Hilfe nimmt.
So findet man beispielweise ausgehend vom Jahre 1830, dem Jahre, in welchem der erste Anschlag auf Kaspar Hauser verübt wurde, in zeitlichen Abständen von jeweils 19 Jahren, geschichtliche Ereignisse, die mit diesem ersten Ereignis im Zusammenhang stehen.
Es ergeben sich dadurch folgende Stichjahre:
1830
1849
1868
1887
1906
1925
1944
1963
1982
2001
2020. Es ist das 11. Stichjahr. 11 ist DIE mystische Zahl der Kabbala, mit der alle Geheimnisse sowie Symbole der Freimaurerei zusammenhängen, Die Summe von 5 (Pentagramm) und 6 (Hexagramm) ist 11.
"Das Jahr 2002 ist das Jahr von Corona, in welchem die NWO eingerichtet werden soll. Covid 19 erweist dem 19-er Rhythmus Referenz.
Es ist wohl nicht schwer, den Jahren 1963 (8. Stichjahr) und 2001 (10. Stichjahr) wichtige in den USA statt gefundene Ereignisse zuzuordnen. 1963 ereignete sich der Kennedy-Mord, 2001 fand das okkulte Ritual 9/11 statt. Zur Bedeutung der Zahlen 9 und 11 folgender Aspekt: "Auch das Böse tritt bei Rudolf Steiner in zwei Erscheinungsweisen auf, die er als Luzifer [11] und Ahriman [9] bezeichnet. Luzifer versucht, die Menschheit durch eine Beschleunigung ihrer Entwicklung von der Erde zu lösen. Er wirkt durch die Macht der Fantasie, der Imagination, der Begeisterung und der Sympathie. Er ist der Teufel, der für den Sündenfall verantwortlich war, wodurch der Mensch sterblich und egoistisch wurde, aber auch die Freiheit erhielt, unabhängig von Gott Entscheidungen zu treffen.
Ahriman hingegen will die Menschheit durch eine Verzögerung ihrer Entwicklung an die Erde fesseln. Er wirkt durch die Macht des kalten, materialistischen Intellekts, durch das Streben nach Herrschaft und durch Antipathie. Während Luzifer die Menschen zu Vogel- oder Engelartigen Wesen ohne eine wirkliche Beziehung zur Erde machen will, versucht Ahriman, die Erde in eine tote Maschine zu verwandeln. Christus strebt danach, dieses zweifache Böse nicht auszulöschen, sondern zu verwandeln und zu erlösen, indem er als Welten-Ich die Gegensätze ausgleicht und in Harmonie bringt."- Anthroposophische Leitsätze, S. 84f
Ich sehe z.B. für 1849, wie Karl Marx am 6.Mai im überfüllten Saal des Gürzenich (Festhalle im Zentrum der Kölner Altstadt) das Manifest der Kommunistischen Partei verkündet. Die Details folgen unten.
1830:
Am 3. April 1830 fiel in Kaspar Hausers Zimmer im Hause Biberbach ein Pistolenschuss. Seine beiden sich im Vorzimmer aufhaltenden Bewacher fanden Hauser bewusstlos und am Kopf blutend auf dem Boden liegen.
1849:
• 9. Februar: Im Kirchenstaat ruft im Rahmen des Risorgimento Giuseppe Mazzini die Römische Republik aus. Sie wird umgehend durch das Eingreifen französischer und spanischer Truppen bis zum 3. Juli gewaltsam niedergeschlagen.
Schlacht bei Novara, Gemälde von Giuseppe Ferrari
• 23. März: Italienische Aufständische unter Führung des polnischen Generals Wojciech Chrzanowskierleiden in der Schlacht bei Novara eine Niederlage. Die Österreicher, deren Heer der General Josef Graf Radetzky befehligt, behalten ihre Dominanz in Norditalien und verzögern das Risorgimento.
• 27. März: Die Frankfurter Nationalversammlungbeschließt die Paulskirchenverfassung.
• 3. Mai: Der beginnende Dresdner Maiaufstand zielt auf den Sturz von König Friedrich August II. von Sachsen und die Errichtung einer Republik. Der am 4. Mai eintreffende russische Anarchist Michail Bakuninsetzt sich an die Spitze der Revolutionäre, zu denen auch Gottfried Semper und Richard Wagner zählen.
• 6. Mai: Domvikar Adolph Kolping gründet mit sieben Gesellen in der Kolumbaschule den Kölner Gesellenverein, Karl Marx verkündet am gleichen Tag im überfüllten Saal des Gürzenich sein Manifest der Kommunistischen Partei.
• 11. Mai: Badische Revolution – In der Festung Rastatt meutern Soldaten. Der Aufstand weitet sich landesweit aus und zwingt Großherzog Leopold wenige Tage danach zur Flucht aus Karlsruhe.
• 26. Mai: Preußen, Sachsen und Hannover schließen das Dreikönigsbündnis, einen Versuch, die deutsche Einheit unter Führung Preußens herzustellen.
• 31. Mai: Märzrevolution: letzte Sitzung der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main, anschließend Umzug als Rumpfparlament nach Stuttgart
• 3. Juli: Französische und spanische Interventionstruppen erobern Rom, um Papst Pius IX. wieder zu weltlicher Macht zu verhelfen. Die Römische Republik wird gewaltsam abgeschafft.
• 23. Juli: Rastatt wird von preußischen Truppen eingenommen. Der nach dem Heckeraufstand erneute Versuch, im Großherzogtum Baden eine Republik zu errichten, ist wiederum gescheitert. Verhängnisvoll offenbart sich nun, wie sehr Kaspar Hauser fehlt, der dazu ausersehen war, die Geschicke Deutschlands in zukunftsträchtige Bahnen zu lenken.
• 13. August: Im Unabhängigkeitskrieg in Ungarnkapituliert die Armee unter General Artur Görgeygegenüber russischen Truppen. Im Rahmen der Heiligen Allianz schlagen diese gemeinsam mit österreichischen Einheiten die Revolution der Magyaren nieder.
• 18. November: Das Königreich Kroatien und Slawonien wird von Ungarn abgetrennt und separates Kronland in der Habsburgermonarchie. Die Treue der Illyrischen Bewegung zur Habsburger Regierung in den Revolutionswirren wird damit honoriert.
• 5. Dezember: Einführung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen
• 22. Dezember: Eine Begnadigung durch Zar Nikolaus I. rettet den Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski vor dem angetretenen Erschießungspeloton.
1868:
Benjamin Disraeli wurde zum ersten Mal zum Premiermister gewählt.
Disraeli (urspr. „d’Israeli“) stammte aus einer sephardisch-jüdischen Familie aus Italien, wurde aber im Alter von 13 Jahren anglikanischgetauft. Sein Vater, Isaac Disraeli, war Autor verschiedener Werke, unter anderem The Life and Reign of Charles I. Benjamin Disraeli zog es in eine ähnliche Richtung. Nach der Schule studierte er Rechtswissenschaften. 1826 erschien sein erstes Buch, Vivian Grey, das sich ausgezeichnet verkaufte. In den folgenden Jahren erschienen unter anderem Contarini Fleming (1832), Alroy (1833) und Henrietta Temple (1837); alle behandeln politische und soziale Fragen auf eine Art, die seine politischen Anschauungen verrät. In seiner Grundeinstellung war er zeitlebens eher konservativ, ohne ein typischer Konservativer zu sein.
Mit dem als Schriftsteller verdienten Geld bereiste er Anfang der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts Spanien, die Türkei und den Balkan. Zwischen 1832 und 1835 kandidierte er mehrmals erfolglos für das britische Unterhaus – erst für die Radikalen, später für die Konservativen. Im Jahr der Thronbesteigung Königin Victorias 1837 hatte auch er endlich Erfolg und zog ins Unterhaus ein. Durch seine extravagante und arrogante Art stieß er anfänglich auf Unverständnis und Ablehnung. Mit der Zeit verschaffte er sich trotzdem den Respekt der Abgeordneten. 1839 heiratete Disraeli Mary Anne Wyndham Lewis, die Witwe von Sir Wyndham Lewis. Mary Lewis war 12 Jahre älter als ihr neuer Ehemann.
Die Regierung Lord Melbournes endete 1841 durch den Rücktritt des Premiers. Die folgenden Wahlengewannen die Konservativen, und Disraeli sah seine Chance für einen Kabinettsplatz in der neuen Regierung von Sir Robert Peel. Doch Peel lehnte den jungen Politiker ab. So blieb Disraeli auch in den kommenden Jahren ein Hinterbänkler mit viel Charisma. Disraeli wurde einer der schärfsten Kritiker der konservativen Politik Peels. Peel, der im Zuge der beginnenden Industrialisierung einen Hang zum immer mächtigeren Bürgertum entwickelte, sah sich oft in der Defensive gegenüber einem eher ungewöhnlichen Bündnis zwischen Aristokratie und der neu entstehenden Arbeiterschaft in Großbritannien, das unter anderem von Benjamin Disraeli unterstützt wurde. Sozialistisches beziehungsweise kommunistisches Gedankengut waren zu dieser Zeit noch nicht formuliert. Disraeli meinte, dass der Adel eine historische Verpflichtung gegenüber der Arbeiterschaft habe, und traf sich mit anderen Politikern mit ähnlichen Bestrebungen. Sie gründeten eine Interessengemeinschaft mit dem Namen Young England Group. Diese Gruppe wurde auch Grundlage für Disraelis neue Romane Coningsby(1844), Sybil (1845) und Tancred (1847).
1846, als Peel die Aufhebung der Getreidezollgesetze zugunsten des Freihandelsdurchsetzte, gewann Disraeli durch seine rhetorisch brillanten Angriffe auf Peel die Führung der so genannten Protektionisten, der Gegner des Freihandels. Im folgenden Jahr konnte die Konservative Partei, inzwischen gespalten in Freihandels-Befürworter unter Peel und Protektionisten unter Disraeli, die Parlamentswahlen nicht mehr gewinnen.
Ab 1847, nach dem Kauf des Herrenhauses Hughenden Manor, war es die Grafschaft Buckinghamshire, die ihn in das House of Commons entsandte. Disraeli unterstützte jetzt den liberalen Premierminister Lord John Russell, als dieser das Verbot aufhob, das Juden vom britischen Parlament ausgeschlossen hatte. Mit der von Disraeli mitgetragenen Jewish Disabilities Bill waren jüdische Bürger ab 1848 endlich wählbar – es war sein Freund Lionel de Rothschild, der für den Wahlkreis City of London als erster jüdischer Abgeordneter im Unterhaus Platz nahm. 1852, nachdem Lord Russell sein Amt abgegeben hatte, gewannen die Konservativen unter Lord Derby die Wahlen. Disraeli wurde Schatzkanzler. Die Regierung Derby überdauerte nur wenige Monate, da es der Regierung nicht gelang, den Haushalt durch das Unterhaus zu bringen. Die Regierung Lord Derbys trat daraufhin zurück und wurde durch Lord Aberdeen ersetzt, der das Vereinigte Königreich in den Krimkriegführte.
Erst sechs Jahre später bekamen Lord Derby und Benjamin Disraeli wieder die Möglichkeit, eine Regierung zu bilden. Disraeli wurde wieder Schatzkanzler. Auch diese Regierung war nicht von langer Dauer, sie endete nach nur 18 Monaten. Ein Versuch Disraelis, ein neues Wahlrecht einzuführen (alle Steuerzahler sollten das Wahlrecht erhalten), scheiterte. Lord Palmerston, ein Liberaler, wurde 1859 Premierminister. Erst 1866 gelang es dem Duo Derby/Disraeli, wieder eine Regierung zu bilden. Ein Jahr später konnte Disraeli den Reform Act 1867 durchsetzen. Die Anzahl wahlberechtigter Männer stieg deutlich und im Parlament überrepräsentierte rotten boroughs wurden zum Teil aufgelöst.
Die Wahlrechtsreform von 1867
Die Wahlrechtsreform von 1867 gilt als Disraelis bedeutendste innenpolitische Leistung. Dadurch wird die Zahl der wahlberechtigten Briten auf einen Schlag verdoppelt. Die herkömmliche Einteilung des Landes in Counties (ländliche Wahlkreise) und Boroughs (Städte) wird beibehalten. Aber in den Counties dürfen jetzt nicht nur Großgrundbesitzer wählen, sondern jeder, der Land mit einem Jahresertrag von mindestens fünf Pfund besitzt oder aus gepachtetem Land zwölf Pfund erwirtschaftet. Und in den Boroughs ist jetzt jeder wahlberechtigt, der ein Haus besitzt oder mindestens zehn Pfund Miete pro Jahr bezahlt und länger als ein Jahr dort wohnt.
Auch die Wahlkreise werden entscheidend zu Gunsten der bevölkerungsstarken Städte geändert, auch wenn es die Konservativen nicht versäumen, ihre ohnehin starke Basis in den ländlichen Bezirken durch die Reform noch auszubauen. Und obwohl die Konservativen die nächste Wahl verlieren, hat ihnen die Reform auf längere Sicht sehr genützt. Denn die vergrößerte Wählerschaft stärkt die Macht des Unterhauses. Auch die jeweils regierende Partei wird dadurch mächtiger. So entstehen erstmals Parteien im heutigen Sinn.
Auf dem Gipfel der Macht
1868 trat Lord Derby als Premier zurück und Disraeli wurde sein Nachfolger. Allerdings verliert er das Amt aber schon wenig später wieder an seinen großen Widersacher William Ewart Gladstone. Denn bei der Umsetzung seiner sozialkonservativen Ideen scheitert Disraeli schon sehr schnell. Die meisten seiner angekündigten Reformen bleiben nur Ankündigungen. Seine konservative Gesinnung - und sein Hang zu Schmeicheleien - bringen ihm allerdings bald das Vertrauen der Königin ein. Von 1874 bis 1880 wird er erneut Premierminister.
In diese Zeit fallen seine größten außenpolitischen Erfolge. 1875 erwirbt er über ein Drittel aller Aktien des 1869 fertiggestellten Suezkanals und sichert England damit eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten. Ein Jahr später wird er zum Lord Beaconsfield erhoben. 1877 macht er Viktoria zur Kaiserin von Indien und annektiert die Burenrepublik Transvaal (Südafrika). Ein Jahr später kauft er den Türken Zypern ab und lässt britische Truppen Afghanistan erobern. Auf diplomatischem Weg kann er verhindern, dass die Russen aus ihrem Sieg gegen das osmanische Reich 1878 Vorteile ziehen.
Bei den Wahlen 1869 wurde der liberale William Ewart Gladstone zum neuen Premierminister gewählt und Disraeli ging in die Opposition. Disraeli sagte über Gladstone: It would be a tragedy if anybody were to push Mr Gladstone into the river and a disaster if anybody were to pull him out again (Es wäre eine Tragödie, wenn jemand Mr. Gladstone in die Themse stieße, und eine Katastrophe, wenn ihn jemand wieder herauszöge).
Disraeli überreicht Königin Victoriadie indische Kaiserkrone (Karikatur des Punch, 1876)
Bei den Wahlen 1874 errangen die Konservativen eine deutliche Mehrheit und Benjamin Disraeli wurde zum Premier gewählt. Anders als William Gladstone hatte Disraeli ein überaus gutes Verhältnis zu Königin Victoria. Disraeli trug der Königin den Titel Kaiserin von Indien an, was die Begründung des Britischen Weltreichs fundierte. 1876 wurde Disraeli durch die Königin geadelt. Er erhielt die erblichen Titel Earl of Beaconsfield, of Hughenden in the County of Buckingham und Viscount Hughenden, of Hughenden in the County of Buckingham. Um den panslawistischen Ambitionen Russlandsentgegenzuwirken, rief Beaconsfield 1876 die Konferenz von Konstantinopel aus, die sich mit der Zukunft der Balkanvölker befasste. Seine größte außenpolitische Tat vollbrachte Disraeli 1878 auf dem Berliner Kongress. Hierbei ging es um eine Friedensfindung zwischen der Türkei und Russland nach dem Russisch-Osmanischen Krieg. Beaconsfield konnte ein sehr gutes, vor allem für Großbritannien günstiges Vertragswerk aushandeln, Großbritannien erhielt Zypern. Russland als Gewinner des Krieges schnitt dabei schlecht ab, Bulgarien wurde zum größten Verlierer. Zum Dank bot ihm Queen Victoria die Erhebung in den Herzogstand an, was er aber ablehnte.
1880 rief Beaconsfield neue Wahlen aus, die die Konservativen jedoch verloren. In der Folge wurde Gladstone erneut Premierminister. Obwohl er ein Gegner Beaconsfields war, setzte Gladstone dessen Außenpolitik in Bezug auf das britische Empire fort. Am 19. April 1881 starb Beaconsfield in Mayfair. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde an seinem Todestag jährlich der Primrose Day begangen. An diesem Tag schmückte man Disraelis Grab und seine 1883 errichtete Statue im Parliament Square in London mit Primeln. Seine Romane werden bis heute verlegt. Da er keine Kinder hatte, erloschen seine Adelstitel bei seinem Tod.
Der Vater des Imperialismus
Benjamin Disraeli gilt bis heute als der geistige Vater des englischen Empire. Das stimmt zwar historisch nicht ganz, denn er hatte Vorläufer, aber er machte imperiale Bestrebungen zu einem konservativen Grundanliegen. Seine berühmte Rede im Londoner Crystal Palace 1872 umreißt die geistige Haltung seiner Regierung wie auch die seiner Nachfolger, die es als völlig gerechtfertigt ansahen, andere Länder englischen Interessen zu unterwerfen. Diese Ideen fanden bald eifrige Nachahmer in ganz Europa und Nordamerika.
Bis zum Ersten Weltkrieg wetteiferten alle führenden Industrienationen um das größte Stück am zu verteilenden Kuchen. Afrikaner, Inder oder Chinesen als die Hauptleidtragenden dieser Politik fragte natürlich niemand nach ihrer Meinung. Schließlich ging es um Höheres, wie Disraeli in seiner programmatischen Rede ausführte: "Es geht darum, ob Sie ein großes Land sein wollen - ein imperiales Land - ein Land, in dem Ihre Söhne, wenn sie aufsteigen, zu höchsten Stellungen aufsteigen und nicht nur die Wertschätzung ihrer Landsleute, sondern die Achtung der ganzen Welt erringen." Die Folgen dieser Politik müssen vor allem die Länder Afrikas bis heute ausbaden. Disraeli trat 1880 als Premier zurück und starb ein Jahr später.
Aufgrund seiner Herkunft sah sich Disraeli allerdings auch öfter mit judenfeindlicher Agitation konfrontiert, so z. B. bei Wahlkampfveranstaltungen und während der Balkankrise, als seine Politik von Oppositionellen und Vertretern der Geistlichkeit unter Anspielung auf seine Wurzeln als „unchristlich“ und unempfänglich gegenüber den Problemen der christlichen Minderheit im heutigen Bulgarien wie auch als „unenglisch“ gebrandmarkt wurde. Vereinzelt wurde er auch als „Judenpremier“ verunglimpft. Dies wird als Beginn des modernen, das heißt nicht mehr religiös, sondern rassisch begründeten Antisemitismus in Großbritannien gedeutet.[1]
Disraeli selbst war von der Überlegenheit der weißen Rasse überzeugt. Besondere Verachtung hatte er für die Iren übrig. Während seiner Zeit als Premier verunglimpfte er die Iren öffentlich als unzivilisiert, faul und abergläubisch.[2]
1887: Entspricht dem Jahre 5647/48 (18./19. September) im
Jüdischen Kalender
Der Merchandising Marks Act:
Am 23.August 1887: Großbritannien verlangt im parlamentarisch verabschiedeten Merchandising Marks Act auf allen importierten Industrieprodukten künftig die Angabe des Ursprungslandes. Der Begriff „Made in Germany“ entsteht. Deutsche Erzeugnisse wurden in Britannien mit diesem Stempel versehen, um sie als minderwertig darzustellen. Durch die Hochwertigkeit der Waren wird wider Willen daraus ein Qualitätssiegel und der Verkauf steigt.
Die Reichstagswahl 1887 war die Wahl zum 7. Deutschen Reichstag. Sie fand am 21. Februar 1887 statt.
Die Wahl fand statt, nachdem Bundesrat und Kaiser den Reichstag am 14. Januar 1887 aufgelöst hatten. Grund war die Ablehnung der Heeresvorlage der Regierung Otto von Bismarcks im Reichstag. Mit dieser sollte das alte Heeresgesetz von 1881, das im kommenden Jahr ausgelaufen wäre, ersetzt werden.
Noch am Tag der Auflösung schlossen die Deutschkonservative Partei, die Deutsche Reichspartei und die Nationalliberale Partei ein Wahlbündnis zur gegenseitigen Unterstützung aussichtsreicher Kandidaten. Alle drei sogenannten Kartellparteienunterstützten Bismarcks Position. Dieser machte den Streit um die Heeresvorlage im Wahlkampf zur Grundsatzfrage, ob das deutsche Heer ein „Parlamentsheer“ oder ein „kaiserliches Heer“ sein sollte. Die Bevölkerung folgte offenbar Bismarck: die Kartellparteien errangen einen überragenden Sieg, Linksliberale und Sozialdemokraten wurden geschwächt. Am 11. März 1887 stimmte der neue „Kartellreichstag“ dem Septennat zu.
Zum ersten Mal zog mit Otto Böckel* ein Abgeordneter in den Reichstag ein, der sich selbst primär als Antisemit bezeichnete.
1905/06: Zionisten verursachen Krise in Russland - die Juden wandern aber kaum nach Palästina in die Wüste aus]
Die russische Revolution (siehe S.128ff.), der japanische Angriff auf Russland, der von Jacob Schiff [Rothschild-Agent] finanziert worden war und das Nicht-Unterschreiben des Handelsabkommens seitens der USA stürzte Russland in eine wirtschaftliche Krise und führte zu grösseren Auswanderungsströmen der jüdischen Bevölkerung. Doch auch das Jahr 1905 mit der ersten kommunistischen Revolution [bezahlt von Rockefeller mit Lenin und Trotzki, die nicht gelang, sondern die vom Zar niedergeschlagen werden konnte, so dass Lenin und Trotzki 12 Jahre im Ausland auf die nächste Gelegenheit warten mussten] konnte nicht genügend Juden zur Auswanderung nach Palästina bewegen. [S.111].
Darauf folgt 1913 die Gründung der FED, 1914 der 1. Weltkrieg und 1917 die Russische Revolution.
1925: Coudenhove-Kalergi veröffentlicht sein Buch „Praktischer Idealismus“, in dem er die Führung der Menschheit dem vom jüdischen Geist geprägten plutokratischen „Geistesadel“ übertragen wird.
Dabei durchschaut Kalergi die Fassade der moderne Demokratie als praktisches Instrument der Plutokraten. In diesen Demokratien sind die Staatsmänner und Politiker Marionetten, die Kapitalisten die Drahtzieher: Sie diktieren die Richtlinien der Politik und beherrschen durch den Ankauf der Medien die öffentliche Meinung und damit das Wahlverhalten der Stimmbürger. Dieser "Geistesadel" beherrscht die verschiedenen Volker, in einer eurasisch-negroiden Mischrasse aufgehen und damit vernichtet werden sollen.
1944: Auschwitz und die Besiedelung Plaestinas, um den Juden einen Zufluchtsort zu verschaffen und später den Staat Israel gründen zu können
Im Juli 1947 wird die Eropäische Bewegung von Winston Churchill und Duncan Sandys initiiert, die vom 1948 gegründeten Kommitee (American Committee on United Europe) unterstütz und von der Ford Foundation und der Rockefella-Stifting finanziert wird.
1963: Kennedy-Mord. James Fetzer, emeritierter Professor in Philosophie; an der University of Minnesota Dulut, lehrte er Logik, kritisches Denken und wissenschaftliche Begründung für 35 Jahre; und Gründer von Scholars for 9 / 11 Truth.
Fetzer schreibt im Artikel über Psychopathen und die Pathokratie: Nichts ist gefährlicher für einen Psychopathen als ein andersdenkender Psychopath.
Wer die Serie über US-Politik, Geheimdienste und Mafia gelesen hat, wird zustimmen, dass auch die Kennedy-Familie psychopathische Züge hat.
Insofern mussten die Plutokraten in dem Moment ein Exempel statuieren, als die Kennedy-Brüder dessen Macht auch nur beschneiden wollten, letztlich aber beendet hätten.
Dieses Exempel ist von fast allen Politikern danach ausreichend verinnerlicht worden, sodass seitdem niemand mehr gegen die herrschende Verbrecherorganisation versucht hat „aufzumucken“.
Man kann die Ausführungen von Prof.Fetzer durchweg als „gegeben“ hinnehmen. Genau wie bei 9-11 steht es – selbst offiziellen Dokumenten zufolge, die aber nicht ans Licht der Öffentlichkeit kommen oder (bestenfalls) in falschen Zusammenhängen präsentiert werden- außer Frage, dass hinter diesen Morden die Plutokraten standen.
1982: Israel marschiert in Beirut ein. Die zwischen Libanon und Israel stationierten UN-Truppen können nichts unternehmen, um den Einmarsch zu stoppen. Bei dem Angriff auf das Hauptquartier der PLO fällt der Ostteil der Stadt in Schutt und Asche.
Die technische Unterlegenheit der Palästinenser kann die überlegene israelische Armee nicht aufhalten. Trotzdem bleibt die PLO-Führung hart. Israel kündigt an, so lange zu kämpfen, bis die Palästinenser Beirut verlassen. Letztendlich müssen diese die Stadt räumen. Die Freischärler werden über Zypern auf verschiedene arabische Länder verteilt.
Ein neues Oberhaupt soll die Situation retten. Die Menschen wählen Béchir Gemayel zum Präsidenten. Kurz vor seinem Amtsantritt fällt er einem Attentat zum Opfer. Die Ermordung Gemayels führt zum Einmarsch israelischer Truppen auch in West-Beirut, um Terroristen zu bekämpfen.
So genannte christliche Milizen dringen in palästinensische Flüchtlingslager ein und richten innerhalb von zwei Tagen ein Massaker an, dem 1000 Palästinenser zum Opfer fallen.1982: :Israel marschiert in Beirut ein. Die zwischen Libanon und Israel stationierten UN-Truppen können nichts unternehmen, um den Einmarsch zu stoppen. Bei dem Angriff auf das Hauptquartier der PLO fällt der Ostteil der Stadt in Schutt und Asche.
Die technische Unterlegenheit der Palästinenser kann die überlegene israelische Armee nicht aufhalten. Trotzdem bleibt die PLO-Führung hart. Israel kündigt an, so lange zu kämpfen, bis die Palästinenser Beirut verlassen. Letztendlich müssen diese die Stadt räumen. Die Freischärler werden über Zypern auf verschiedene arabische Länder verteilt.
Ein neues Oberhaupt soll die Situation retten. Die Menschen wählen Béchir Gemayel zum Präsidenten. Kurz vor seinem Amtsantritt fällt er einem Attentat zum Opfer. Die Ermordung Gemayels führt zum Einmarsch israelischer Truppen auch in West-Beirut, um Terroristen zu bekämpfen.
So genannte christliche Milizen dringen in palästinensische Flüchtlingslager ein und richten innerhalb von zwei Tagen ein Massaker an, dem 1000 Palästinenser zum Opfer fallen. Sieht Du den roten Faden bzw. Die Blutspur, die den Weg durch diese Ereignisse zeichnet?
1989: Zerfall der Sowietunion, was das Beenden des sozialistischen Experiments bedeutet.
1993: Gründung der EU (Europäische Union), die am 1. November 1993 mit dem Maastricher Vertrag in Kraft trat.
1994: Annahme des Antirassismusgesetzes in der Schweiz.
2000: Einführung des Euro.
2001: 9/11.
2020: Was haben sie sich wohl für 2020 ausgedacht? Es ist der 7. Zeitpunkt seit 1906 bzw. der 11. seit 1830. Er könnte den Abschluss der Verwirklichung dieses umfassenden Planes der Installierung der NWO und der Herrschaft der dazu ausersehenen Menschengruppe bedeuten.
Sich das nächste in 3 Jahren erfolgende 11. Stichjahr 2020 auszumalen sowie den übrigen 7 Stichjahren neben 1830, 1963 und 2001 weitere geschichtliche Ereignisse zuzuordnen, überlasse ich eurem Forschergeist.
Hier noch Fakten zu weiteren 19-er-Stichjahre vor 1830:
1716/17:
Am 24. Juni 1717 schlossen sich in England vier seit Jahren bestehende Logen zur ersten Freimaurergroßloge, der ersten Großloge von England, zusammen. Dieser Tag gilt als das offizielle Gründungsdatum der „modernen“ Freimaurerei. Seitdem feiern weltweit alle Freimaurer den 24. Juni (Johannistag, vergleiche Johannismaurerei) als höchsten Feiertag. Beschlossen wurde diese Gründung schon im Dezember 1716.
1735:
Das Haus 10 Downing Street (gesprochen ten Downing Street wird erstmals Amtssitz britischerPremierminister. Als Erster bezieht Sir Robert Walpole die Räumlichkeiten.
Es ist die offizielle Residenz des First Lord of the Treasury, der seit 1905 immer zugleich der Premierminister des Vereinigten Königreichs ist.
1754:
Beginn des Franzosen- und Indianerkriegs in Nordamerika
1773:
16. Dezember: Als Indianer verkleidete Bostoner Bürger dringen in den Hafen ein und werfen Ladungen Tee der britischen East India Trading Company von drei dort vor Anker liegenden Schiffen ins Hafenbecken. Dieser Akt des Widerstandes gegen die britische Kolonialpolitik ist als „Boston Tea Party“ bekannt.
1776: Am 4. Juli 1776 verabschiedeten Delegierte der 13 Kolonien die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und somit die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Es handelt sich dabei um den ersten Freimaurerstaat.
1792:
- 30. Juli: Ein Freiwilligenbataillon aus Marseille zieht in Paris ein und singt zum ersten Mal die Marseillaise, die zum Kampflied der Revolution wird.
Tuileriensturm
• 10. August: Die Sansculotten erstürmen die Tuilerien und setzen den König Ludwig XVI. und seine Familie gefangen. Sie werden in den Temple überführt.
• 29. August bis 2. September: Die Belagerung von Verdun endet mit der Kapitulation der Stadt und der Einnahme Verduns durch die Alliierten.
• 2. September: Als Folge des Manifests des Herzogs von Braunschweig und des Falls von Verdun kommt es in Paris zu einer Massenhysterie. Durch Justizminister Georges Danton und den Publizisten Jean Paul Marat zusätzlich angefeuert, stürmt der Mob die Gefängnisse und begeht zunächst Massaker an Revolutionsgegnern, später an allen Gefangenen. Die sogenannten Septembermorde gehen bis zum 6. September weiter über 1.200 Menschen kommen ums Leben.
• 20. September: In der Salle du Manège in Paris tritt der Nationalkonvent zu seiner ersten Sitzung zusammen. Am selben Tag erleiden Österreich und Preußen mit der Kanonade von Valmy ihre erste Niederlage gegen die französische Revolutionsarmee, was ihren Vormarsch gegen Frankreich stoppt.
• 21. September: Der Nationalkonvent fasst den Beschluss über die Absetzung des Königs sowie die Abschaffung der Monarchie und proklamiert die Erste Französische Republik.
• 22. September: Der Nationalkonvent in Frankreich beschließt während der Französischen Revolution die Einführung eines neuen Kalenders.
• 22. September: Französische Revolutionstruppen dringen ohne Kriegserklärung in Savoyen ein, das zum Sardinien-Piemont gehört.
• 2. Oktober: Die Jakobiner bilden während der Französischen Revolution den Sicherheitsausschuss zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit.
• 21. Oktober: Die Festung Mainz kapituliert vor den französischen Revolutionstruppen.
• 23. Oktober: Die französischen Revolutionstruppen nehmen Frankfurt am Main ein.
1811:
Die N M Rothschild and Sons bzw. N.M. Rothschild & Sons . Das Unternehmen wurde von der Familie Rothschild 1811 in London gegründet.. Geschäftsführer:
· Nathan Mayer Rothschild (1777−1836)
· Lionel Nathan Rothschild (1808−1879)
· Nathan Mayer Rothschild, 1. Baron Rothschild (1840−1915)
Siehe dazu:
Gegenstand der Kabbala ist auch der Sephiroth-Baum.
vgl dazu:

Herzliche Grüsse

Urs