eros & sophia 5
kreative beziehungen zwischen männern und frauen

im folgenden artikel „die blinden flecken der psychotherapie“ setze ich mich mit themen auseinander, die den bewusstwerdungsprozess auf der kollektiven ebene behindern oder fördern. da ich sehr wichtig finde, dass wir es selber besser machen statt nur zu analysieren und zu kritisieren, folgen auf s.7 ideen und vorschläge für die abeit mit kollektiven feldern (fassung vom 7.12.05).

 

die blinden flecken der psychotherapie

hindernisse und hilfen bei der heilung von kollektiven
wunden der abendländischen kultur

genauso wie wir auf der individuellen ebene erdung brauchen, damit wir uns in unserem transformationsprozess nicht verlieren, abheben oder untergehen, brauchen wir auch auf der kollektiven ebene bodenhaftung, um den bevorstehnden paradigmawechsel vollziehen zu können. was aber sind unsere wurzeln, welches unsere kollektiven wunden? ohne die heilung der kollektiven verletzungen dürfte auch die individuelle heilung nur stückwerk bleiben, die nicht zur ganzheit führt. dieser punkt ist sozusagen der blinde fleck der psychotherapie und oft auch der spirituellen szene! viele sind sich dieser tatsache nicht bewusst.

quellen:

  • markus rüegg: die grossen tabus unserer kultur                                                  27 seiten
  • salem riek: männliche höhepunkte                                                                         5 seiten
  • hans-peter studer: mysterium geld                                                                       10 seiten
  • markus rüegg: der richtige partner                                                                         4 seiten
  • isabella, ulrich, markus: unser leitbild "kreative beziehungen"                               2 seiten
  • markus rüegg: flyer 2005                                                                                     1/2 seite

ein baum ohne wurzeln stirbt ab. eine pflanze kann ohne wurzeln nicht überleben. ein mensch ohne wurzeln verliert die orintierung. auch unsere postindustrielle kultur mit ihrer neoliberalen ideologie, die heute die ganze welt beherrscht und ruiniert, kann nur heil (ganz) werden, wenn wir individuell, als einzelner mensch und als ganzes (gesellschaft, kultur, menschheit) unsere wurzeln wieder finden. da alles mit allem zusammen hängt, verläuft die transformation des einzelnen menschen immer im zusammenhang mit der transformation der ganzen gesellschaft.

 

die wissenschaft und die macht
im bereich der körperlichen gesundheit ist das bewusstseinsfeld schon einiges stärker. in bezug auf unser gesundheitssystem im allgemeinen und die schulmedizin im besonderen, setzt sich je länger je mehr die ansicht durch, dass es alternativen braucht. bereits 1/3 der bevölkerung ist der konventionellen medizin untreu geworden. die götter in weiss sind nur noch halbgötter. viele misstrauen ihrem dogmatismus, der sich hinter wissenschaftlichkeit versteckt.

 

gerade weil die schulwissenschaft und ihre profiteure im hintergrund spüren, dass der trend hin zu alternativen heilmethoden geht, verteidigen sie sich bis auf's blut. es geht nicht um die wahrheit sondern um's geld – um sehr viel geld sogar – und es geht um macht. beides – geld und macht – hängt zusammen, eine verstrickung. das hauptmotiv ist die macht. (ein trauriges beispiel dafür ist die ritalin-geschichte.)

 

die blinden flecken
aber wo stehen die psychotherapeutInnen, die psychologInnen, die psychiater und heilpraktiker, die psycho-kynäsiologinnen und analytikerinnen, die familiensteller und tiefenpsychologen, die astrologinnen und reinkarnations-therapeutinnen? das immer grösser werdende heer der neuen hohepristerInnen wird zunehmend wichtiger. sie begleiten ihre klienten nicht nur auf der körperlichen-materiellen sondern auch auf der psychisch-seelischen ebene in ihrem ganzwerdungsprozess. welche weltbilder haben sie? was ist ihr menschenbild, ihr gottesbild? was für eine ideologie vertreten sie? normalerweise hängt die ideologie mit den herrschaftsverhältnissen zusammen - „wessen brot ich ess, dessen lied ich sing!“

 

in der psychotherapie-szene ist das nicht anders! durch unser gesundheits- (oder besser krankheits-) system wird mächtig druck erzeugt, wer und was zugelassen wird und was die krankenkassen nicht übernehmen. viele verstehen sich als spirituell und konfessionell neutral oder sagen sogar explizit, dass sie keinen speziellen hintergrund haben. das ist natürlich nicht so, denn das heisst in den meisten fällen, dass sie sich ihrer kollektiven prägung kaum oder gar nicht bewusst sind, dass sie sich in der illusion wiegen, dass all ihre kollektiven konditionierungen keinen einfluss auf ihr leben und ihre arbeit ausüben.

 

religion als herrschaftsideologie
viele haben sich von der traditionellen abendländisch-christlichen kultur, wie sie durch verschiedene kirchen vertreten wird, verabschiedet und sich östlichen religionen zugewandt. aber die wenigsten merken, dass auch diese religionen vor allem herrschaftsideologien uralter priesterkasten sind – patriarchal, frauenfeindlich, sexualfeindlich und oft sogar körperfeindlich. die indogenen religionen – judentum, christentum, islam – sind da am extremsten. sie haben aus dem vorher androgynen, zwei- oder doppelgeschlechtlichen gottesbild alles feminine eliminiert. die alten göttinnen wurden kurzerhand in männliche heilige umgewandelt.

 

religio heisst aber etymologisch etwas ganz anderes, nämlich rückverbindung – rückverbindung zu unserem göttlichen kern. und genau diese verbindung haben wir spätestens beim wechsel vom matriarchat zum patriarchat vor ca. 5000 jahren verloren, wahrscheinlich sogar schon vorher. diese rückverbindung wird von den religionen nicht gefördert, sondern behindert oder gar verhindert. nicht nur die abendländische religion, d.h. das christentum der kirchen, auch alle andern grossen weltreligionen dienen einem andern zweck. religion war schon immer das beste herrschaftsinstrument – das raffinierteste, das subtielste, das perfideste. das merkt man spätestens dann, wenn heilige kriege geführt werden.

 

die neuen fesseln
die aufklärung, die rationale wissenschaft, war ursprünglich ein befreiungsschlag des städtischen bürgertums, des neuen geldadels aus den fesseln der feudalherren. aber es ging nicht um spirituelle befreiung, sondern nur um die freiheit, geschäfte machen zu können. diese „freiheit“ wurde in den letzten 300 jahren genauso zu einer fessel. die neuen machthaber liessen neue herrschaftsideologien produzieren, die ihre herrschaft verschleierten und rechtfertigten – calvinismus, liberalimus, darwinismus, positivismus, marxismus, neoliberalismus – um nur einige zu nennen.

 

spätestens durch das immer häufigere platzen der spekulativen blasen, die uns ihr geldsystem beschert, werden wir aus unserem dornröschenschlaf erwachen – durchgeschüttelt und gebeutelt – aber hoffentlich wach und offen, um zu sehen was ist.

 

dessen ungeachtet beten viele unserer therapeutInnen die ideologischen versatzstücke dieser wissenschaft nach (oder schieben vor, neutral zu sein) ohne zu merken, wessen geistes kind sie sind. andere flüchten in östliche religionen – wie buddhismus, tantra oder hinduismus – ohne wahrzunehmen, dass sie den teufel mit dem belzebuhl ausgetrieben haben, dass sie sich einfach ein neues mäntelchen übergestülpt haben. aber es ist immer noch ein mäntelchen, eine ideologie.

 

die wurzeln
gerade die psychotherapeutInnen sollten es eigentlich besser wissen. in jeder therapie lernt der klient, dass die voraussetzung für den individuationsprozess die aufarbeitung der kindheitserfahrungen ist. die verletzungen und traumatas der ersten jahre unseres lebens, die wir mit uns rumtragen und die vom leben immer wieder getriggert werden. das bereinigen unserer beziehung zu unserem vater und unserer mutter, zuerst der leiblichen eltern, dann aber auch der inneren, spirituellen eltern – meiner beziehung zum göttlichen vater und der göttlichen mutter in mir, sind grundvoraussetzungen, um mit mir und der welt in frieden zu kommen. ich würde diesen prozess als das wieder finden oder wieder bewusstwerden unserer wurzeln bezeichnen. aber wie sieht das auf der kollektiven ebene aus? hier liegt noch einiges im argen.

 

die arbeit an kollektiven feldern
in bezug auf die aufarbeitung unserer kollektiven prägungen im psychischen, im spirituellen bereich, gibt es noch einige leichen im keller, klaffende wunden aus 5000 jahren patriarchat. um ganz zu werden, kommen wir jedoch nicht um aufarbeitung unserer kollektiven prägungen und konditionierungen herum. nur wenn wir auch auf dieser ebene wieder den zugang zu unseren wurzeln finden, wird ein quantensprung möglich, wird ein neues paradigma einzug halten.

 

die angst
genauso wie im individuellen prozess ist es unsere angst, die uns auch hier hindert, hinzuschauen und hinzuspüren. die angst, uns zu exponieren, uns lächerlich zu machen, unseren guten ruf, unser image auf's spiel zu setzen. die angst in konflikt zu geraten mit den herrschenden, mit dem system. die angst unsere karriere zu gefährden und unsere oft mühsam erarbeitete stellung zu verlieren. ausgegrenzt zu werden oder sogar arbeislos bzw. erwerbslos. es braucht auch hier viel mut und engagement, viel wahrhaftigkeit und kontakt mit unserem innersten göttlichen kern, um diese schritte zu wagen. aber es lohnt sich.

 

genauso, wie wir auf der individuellen ebene befreiung erfahren, wenn wir uns ganz auf diesen prozess einlassen, wenn wir ganz ja sagen zu dem, was uns das leben bringt, genau so werden wir auch auf der kollektiven ebene als gesellschaft, als menschheit befreiung erfahren, wenn wir uns auf diese arbeit mit unseren kollektiven feldern einlassen. das ist es, was uns die mystikerInnen, die jogis und alle grossen weisheitslehrer schon seit jahrtausenden sagen und vorleben. und das ist das, worauf jetzt auch immer mehr der fortschrittlichen und sensitiven wissenschaftler kommen, wenn sie so undogmatisch und offen sind, ihren horizont über das klassische materialistische weltbild hinaus zu erweitern.

 

die kopernikanische wende
wir sind als menschheit an einem ähnlichen punkt, wie die abendländische kultur vor fünfhundert jahren. die welt war damals eine scheibe und wurde plötzlich zu einer kugel. damals mussten einige mit ihrem leben dafür bezahlen, dass sie den mut hatten, diese für uns banale, aber für die damalige zeit unerhörte wahrheit auszusprechen. heute stehen wir an einem ähnlichen punkt.

 

über kurz oder lang wird sich die erkenntnis durchsetzen, dass wir in einem multidimensionalen kosmos leben und selber multidimensionale wesen sind. diese erkenntnis wird unsere wahrnehmung verändern und durch die veränderung unserer wahrnehmung wird sich unsere realität völlig verändern.

 

die jungen weisheitslehrerInnen
wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass unsere weisheitslehrerInnen jünger werden. früher waren das oft die alten weisen, die uns in unserer spirituellen entwicklung begleiten konnten. heute ist das anders. immer mehr der indigo-kinder werden langsam erwachsen. wenn man/frau den jüngeren weisheitesleherInnen zuhört, dann wird man/frau immer wieder hören, dass sich im moment die lichtvolle energie in rasendem tempo erhöht. das feld wird immer stärker und dadurch kommt immer mehr in bewegung.

 

mit andern worten: die entwicklung unseres bewusstseins* und unserer liebesfähigkeit, verläuft nicht linear, sondern zyklisch. vor einem quentensprung gibt es so etwas wie eine exponentionelle kurve. eine zeit, in der alles mit einem rasenden tempo von statten geht. eine zeit, in der sich die ereignisse überstürzen, in der sich neue möglichkeiten offenbaren, die man/frau vor kurzem für unmöglich gehalten hätte. die innere entwicklung ist sozusagen der motor für die äussere entwicklung.
*das bewusstsein bestimmt das sein und nicht umgekehrt, da irrten sich marx, feuerbach u.a.


die zeit der langjährigen therapien ist vorbei
eine der konkreten auswirkungen, die therapeutInnen und klientInnen gleichermassen betrifft ist z.b: prozesse für die es früher jahre brauchte, sind heute in viel kürzerer zeit möglich. ein beispiel aus einem workshop mit thomas hübl, einem dieser jungen weisheitslehrern der indigo-generation, zeigt wie das konkret ablaufen kann. hier ein auszug aus meinen protokollen:

 

die verlorenheit der männer die verlorene beziehung zu sich selber – für isabella
an einem workshop von thomas hübl weinte ein mann sehr und ging unerbittlich und vehement in sein muttertrauma hinein. die andern männer unterstützten ihn. die wirkung des feldes ermöglichte fortschritte, die früher jahre brauchten. ich sagte nachher in der feedbackrunde, dass er sich soeben 3-4 jahre körperorientierte psychotherapie erspart hätte. in therapie-gruppen machte ich immer wieder die erfahrung: frauen brauchten 3-4 monate, um an genau diesen punkt zu kommen, männer im allgemeinen 3-4 jahre. das gibt zu denken.. (ganzer text, s.unten)

 

auf jeden fall war es eine sehr eindrückliche erfahrung. ich kannte den mann, da wir vorher in derselben kleingruppe waren. meine kompetenz in diesen dingen hatte ihn beindruckt und dazu bewogen, mich ins vertrauen zu ziehen. in dieser woche kontaktierte er mich immer wieder mal als seinen berater/begleiter. ich wusste daher, um welche thematik es sich bei ihm handelte. das thema war mir sehr vertraut. ich hatte mich selber einige jahre meines lebens damit auseinandergesetzt und wusste daher aus eigener erfahrung, um was es ging. ich weiss auch, wie lange ich selber brauchte, um dieses trauma zu integrieren. daher war ich umso mehr überrascht, dass es so schnell und so „leicht“ ging, diesen prozess in fluss zu bringen. ich will damit natürlich nicht sagen, dass nach zwei stunden alles in butter war. aber es war doch eine sehr eindrückliche erfahrung, die mich überraschte und die hoffnung macht.

 

das feld
die momentane feldwirkung ist so stark, dass heute dinge möglich werden, die wir bisher nicht geahnt hätten. der grösste teil des transformationsprozesses läuft über das feld. diese feldwirkung möchte ich etwas näher erklären. wir sind multidimensionale wesen und haben die fähigkeit, von einer dimension in die andere zu switchen und gleichzeitig mehrere ebenen wahrzunehmen, in mehreren welten zu sein.

 

kommunikation
um das zu veranschaulichen, nehme ich ein konkretes beispiel, das wir alle kennen: unsere kommunikation. wir wir wissen – in der kommunikation läuft 20% verbal und 80% nonverbal. das ist einer der gründe, warum wir in unseren beziehungen immer wieder erleben, dass wir uns zwar über das selbe thema unterhalten, aber trotzdem das gefühl haben, dass wir völlig aneinander vorbei reden. z.b. ist der mann mit seiner aufmerksamkeit gerade auf der kopfebene (logik, gedanken; mental-körper), die frau aber auf der bauchebene (emotionen, gefühle; emotional-körper). obwohl wir vom selben reden, verstehen wir uns nicht und geraten uns immer mehr in die haare. wenn wir nicht realisieren, dass wir mit unserer wahrnehmung auf verschiedenen ebenen sind, in verschiedenen dimensonen, eskaliert die situation und wir beginnen uns zu streiten. ist uns aber bewusst, dass es diese unterschiedlichen ebenen gibt, werden wir darauf achten, worauf wir gerade unseren focus richten. wir werden eine andere wahrnehmung haben und uns deshalb eine andere realität kreieren. dadurch werden wir nicht oder immer weniger in diese verstrickungen geraten.

 

das individuelle und das kollektive feld
das feld ist das, was ich mitbringe, all die vielen erfahrungen aus vielen leben. mein höheres selbst, mein göttlicher kern schimmert vielleicht schon ein bisschen durch, wird aber immer noch stark vernebelt durch mein ego. mein ego, meine derzeitige persönlichkeit, wurde geprägt von meiner familienkonstellation, aber auch von all den kollektiven konditionierungen meiner kultur. und das nicht nur heute und gestern, sondern schon tausende von jahren. in der reinkarnationstherapie kann man/frau die erfahrung machen, dass happige ereignisse, wie mord, folter oder schwarze magie, jahrhunderte oder gar jahrtausende im unterbewusstsein schlummerten und dort je nachdem ihr unwesen treiben. erst heute kommen sie an die oberfläche, weil man vorher vielleicht noch nicht dazu bereit war, diese schlimme erfahrung zu integrieren und diese alte wunde zu heilen.

 

alle diese erfahrungen, positive wie negative, alte verletzungen und offene wunden genau so wie traumatas, die ich aufgearbeitet und integriert habe – all das erscheint in meinem feld. jeder bringt sein feld mit und diese felder arbeiten selbständig: wenn z.b. jemand anwesend ist, der sein muttertrauma – die angst verlassen zu werden, die angst vor liebesentzug – aufgearbeitet hat, kommen andere mit demselben thema viel schneller in diesen prozess hinein. wenn viele solche da sind, die dieses trauma aufgearbeitet haben, dann werden diejenigen, die das thema angehen, in viel kürzerer zeit viel weiter kommen, als der erste. und es gibt immer mehr menschen, die sich mit solchen dingen auseinandersetzen, die schon viel an sich gearbeitet haben und so die intensität, die schwingung des feldes erhöhen.

 

diejenigen, die das sehen, spüren oder sonstwie wahrnehmen, berichten übereinstimmend, dass in den letzten jahren immer mehr kosmische energie, immer mehr licht, immer mehr christuskraft auf die erde strömt, so dass je länger je mehr ein buddhafeld entsteht, in dem alles immer schneller geht und immer mehr möglich wird.

 

ich mache jetzt einige vorschläge, die helfen können, an kollektiven feldern zu arbeiten und einige dieser blinden flecken der psychotherapie aufzulösen. bestimmt gibt es noch viel mehr und ich bin sicher, dass durch die konkrete arbeit an diesen themen noch neue auftauchen werden.

 

 

 

 

 

ideen und vorschläge für die arbeit mit kollektiven feldern
prägungen, muster und archetypen
inhalte: schlafende hunde, leichen im keller, dogmen, tabus

 

inhaltsverzeichnis:

 

sexualität – sexsucht bei männern; angst, abwertung und negierung bei den frauen
geld – arm, reich, verarmung, armutsbewusstsein, existenzängste, sicherheit, gier, geldsucht, was/wie ist meine beziehung zum geld?
eifersucht – bei männern und frauen unterschiedlich
macht – unterdrückung, opferrolle, machtmissbrauch, grössenwahn, überheblichkeit, ohnmacht, gewalt, apathie, ignoranz
krieg, massenwahn – mordslust, die begeisterung für den krieg..
die verlorenheit der männer – die beziehung zu sich selber – für isabella
die magische zeit – energielöcher auf grund schwarzmagischer praktiken
5000 jahre patriarchat – der gösste brocken
inquisition, hexenverbrennung – die angst der männer vor der grösseren potenz der frau - ein bisher nicht beachteter aspekt
sm – die sexualität unserer kultur? – warum sm immer gesellschaftsfähiger wird
kinder und sex – will ich mit oder ohne sexualität aufwachsen?
sex am workshop was ist erlaubt, was ist tabu?

 

sexualität
sexsucht bei den männern; angst, abwertung und negierung bei frauen

 

sex ist vielleicht nach der überlebensenergie, die stärkste energie des menschen. gerade hier wirken sich unsere kollektiven prägungen stark aus. auch in gruppen mit menschen, die schon viel an sich gearbeitet haben, ist das noch stark spürbar.
bei den frauen spüre ich ein grösseres bewusstsein für diese themen. gerade durch die frauenbewegung und die therapieszene kam in den letzten dreissig jahren einiges an die oberfläche.

 

schwieriger finde ich die situation der männer. viele haben den kontakt zu ihren gefühlen, zu sich selbst verloren und klammern sich an beruf, hobby oder karriere. die sexualität ist für viele eine der wenigen möglichkeiten, sich emotional auszudrücken. ich war selber über einen grösseren zeitraum meines lebens sexsüchtig und konnte z.b. nicht mehr weinen. es brauchte jahre, meine gefühle wieder wahrnehmen und ausdrücken zu können, wieder mit mir selbst in kontakt zu kommen. schön ist für mich zu erleben, dass das jetzt alles viel schneller gehen kann.

 

 

 

hier ein paar auszüge aus einem artikal von salem riek, einem tantralehrer aus freiburg i.b. zu diesem thema:

 

Männliche Höhepunkte oder: Mann gönnt sich ja sonst nichts....

 

von Saleem Matthias Riek: https://www.art-of-being.de/mann.pdf

 

Ein Leben ohne Sex ist für die meisten Männer erschreckend, nicht vorstellbar. Viele Männer
kaufen sich den ersehnten sexuellen Kick oder was dazu nötig ist, ganze Industrien leben davon. Das ist offensichtlich immer noch besser, als ganz ohne dazustehen. Wenn wir die ganze Palette von pauschalen Urteilen und Bewertungen wie „Männer wollen doch nur das eine“ oder „Männer sind Schweine“, mit denen dieses Phänomen oft genug belegt worden ist, einmal beiseite lassen, dann können wir feststellen: Für Männer ist eine unermeßliche Menge Energie mit dem Sex verbunden. So gesehen ist es verständlicherweise nicht leicht, damit bewußt umzugehen. Was wir Männer durch ein bewußtes Erforschen unserer Sexualität entdecken können, das möchte ich in diesen Zeilen anklingen lassen. Ob und inwieweit die folgenden Ausführungen zumindest teilweise auch auf Frauen zutreffen lasse ich offen. Mein Focus sind in diesem Artikel zunächst die Männner. Welche wundersame Magie, welches Glücksversprechen, welcher unwiderstehliche Trieb, welche Suche nach Geilheit sind da am Werk und lassen uns Männer in einer enormen Vielfalt immer wieder nach dem Einen suchen? Zwei Motive kommen mit zuallererst in den Sinn: zum einen die Vereinigung mit der Frau, mit dem Weiblichen, und zum anderen der sexuelle Höhepunkt, der Orgasmus gepaart mit der Ejakulation. Beides ist zutiefst verlockend, aber beides enthält auch ein großes Risiko. Bei den Spinnen frißt die Schwarze Witwe nach der Kopulation das Männchen, die Gottesanbeterin enthauptet es noch während des Aktes. Mann braucht allerdings keine männliche Spinne sein, um Angst davor zu haben. Die Vereinigung mit der Frau, wenn sie nicht nur rein physisch bleibt, bedroht tatsächlich unsere Ich-Grenzen, unsere männliche Identität wird an einem Punkt bedeutungslos. Wir werden sozusagen psychisch gefressen. Der orgastische Höhepunkt, wenn er wirklich unseren ganzen Körper, unser ganzes Sein mit erfaßt, ist ein Sterben, er kehrt jede Polarität um. Wir sind nicht mehr das, was wir waren, und wir sind plötztlich auch das, was wir nicht sind. Wir sind Alles. Wir lösen uns auf. Dass beides zusammen kommt, die Vereinigung und der Orgasmus, nach was sollten wir uns mehr sehnen? Und was sollte erschreckender sein?

 

Und dann?

 

Viele Männer erwachen aus diesem Taumel als ziemlich genau diejenigen, die sie waren. Ernüchtert zwar, aber wohlbekannt. Etwas hat gefehlt, oder es war zumindest nicht von Dauer.
Vielleicht schlafen wir erstmal eine Runde oder rauchen eine Zigarette des Vergessens, bis das
Verlangen neu erwacht. Das Sexualverhalten der meisten Männer erinnert an Suchtstrukturen. Wir sind mehr oder weniger sexsüchtig, obwohl oder gerade weil wir nie das bekommen, was wir eigentlich wollen. Aber was wollen wir eigentlich? Um das herauszufinden braucht es Neugier und vielleicht auch eine gewisse Unzufriedenheit mit den Zyklen von Begierde, Befriedigung und Enttäuschung. Es braucht die Bereitschaft, ungewohnte Pfade zu betreten und inmitten des Strudels von Erregung, Lust und Ekstase innezuhalten. Innehalten. Wenn wir in dieses Wort hineinlauschen hören wir.....

 

Hier kommt die zweite große Herausforderung. Wenn wir unsere eigene Fähigkeit entwickelt haben, in Lust zu schwelgen, ohne etwas erreichen und ohne etwas vermeiden zu müssen, können wir uns dann in dieser hohen energetischen Ladung soweit präsent bleiben, daß wir noch jemanden anders wahrnehmen als nur uns selbst? Dies ist die Schwelle zur wirklichen sexuellen Vereinigung. Meine Energie tanzt, deine Energie tanzt, wir können mit unseren liebgewordenen Identifikationen zurücktreten und die erotischen und sexuellen Körper frei miteinander tanzen lassen. Dieser Tanz wird nicht ohne Liebe bleiben, er wird uns im Herzen berühren und vielleicht weit darüber hinaus. In diesem Tanz werden wir verwandelt, Sex wird zur Transformation unseres Bewußtseins. Die Spinne läßt grüßen, die kosmische Spinne.

 

Dieser Prozess fängt nicht erst beim kosmischen Orgasmus an. Tantra beginnt mit der Neugier darauf, wer wir wirklich sind, und dazu gehört, wer wir als Männer sind. Wenn wir uns als Männer auf die Entdeckungsreise jenseits unserer sexuellen Konditionierungen machen, unsere Unschuld als sexuelle Wesen zurückgewinnen und lernen, bewußt mit unserer sexuellen Energie umzugehen und zu spielen, dann ist die unermeßliche Energie des Sex eine Quelle unserer Motivation und Inspiration. Wir können mit ihr wachsen und reifen, in Lust und Liebe.

 

geld
arm, reich, verarmung, armutsbewusstsein, existenzängste, sicherheit, gier, geldsucht, was/wie ist meine beziehung zum geld?
geld ist meines erachtens das grösste tabu. „geld regiert die welt.“ ich befasste mich in den 90er-jahren intensiv mit geld, geldtheorien und geldsystemen. der anlass dazu war meine eigene „verarmung“. ich hatte zwanzig jahre ein eigenes geschäft. die letzten zehn jahre plante und verkaufte ich bio-küchen, ein sehr kreativer job, der mir viel freude machte (als küchenplaner ist man automatisch zu 50% eheberater).

 

ich baute auch eine ökosiedlung. wir gerieten aber mit dem verkauf mitten in die schweizer immobilienkriese. die immobilienpreise fielen um ca. 30% und wir verloren millionen. ich musste mein haus verkaufen, mein geschäft liquidieren, meine ehe ging in brüche (aus anderen gründen) und dazu kam noch ein tumor im kopf.

 

meine verarmung – ein glücksfall
zuerst war es schrecklich, ich hatte in dieser zeit meine tiefsten depressionen. doch dadurch, dass ich vom erfolgreichen unternehmer zum sozialhilfeempfänger wurde, hatte ich von heute auf morgen sehr viel zeit. nach und nach dämmerte mir, dass meine verarmung ein glücksfall war. ansonsten hätte ich siedlung um siedlung gebaut, sehr viel geld verdient aber meine persönliche entwicklung wäre dabei auf der strecke geblieben. durch die verarmung wurde ich wirklich reich, nicht äusserlich, aber innerlich. meine „verarmung“ war für mich ein schlüsselerlebnis. in rückführungen erkannte ich auch die tieferen hintergründe: als reicher kaufmann pochte ich auf die verträge mit meinen schuldnern und war sehr hart und gnadenlos. wer nicht zahlte landete im elend. die männer wurden leibeigene, die frauen ins bordell verkauft. in dieser inkarnation wollte ich die gegenteilige erfahrung machen.

 

gerade in der heutigen zeit gibt es viele, die in grossen existentiellen ängsten leben. ich habe schon öfters die erfahrung gemacht, dass diese menschen sehr dankbar waren, dass sie mit jemandem reden konnten, der alles verloren hat und immer noch lebt, der nicht daran zu grunde ging, es rückblickend sogar als positiv erlebte. die ängste diesbezüglich sind enorm, als ob es um leben oder tod gehen würde. aber wir leben nicht in indien, sondern im reichen europa.

wie mir erst durch thomas hübl klar wurde, liegt dieses gute gefühl an dem feld, das diese erfahrung schon gemacht hat. die leute mit denen ich darüber rede, kommen mit diesem feld in berührung und dadurch kann sich schon sehr viel auflösen.
aus all diesen gründen liegt mir dieses thema sehr am herzen und ich möchte es in den workshops intensiver bearbeiten. mein vorschlag, einkommensabhängige tarife zu machen zielt darauf ab, das thema geld auf den tisch zu bringen. ich habe selber schon viel geldworkshops besucht und denke, dass da noch ein grosses potential brach liegt.
wenn wir etwas neues kreieren wollen, kommen wir nicht daran vorbei, auch bei unserer beziehung zum geld etwas neues zu entwickeln. ich finde es wichtig, dass wir auf ein gleichgewicht von geben und nehmen achten. wir müssen lernen, auch über geld zu reden, denn geld ist nach wie vor das grösste tabu in unserer kultur. ich arbeite schon einige zeit an diesem thema und es ist immer wieder erstaunlich was für erfahrungen man/frau damit macht.

unsere geldkultur
wir leben in einer geldkultur und gerade deshalb ist eine klärung unserer beziehung zum geld sehr wichtig. hier ein paar ausschnitte aus einem artikel meines freundes h.p. studer, einer der wenigen spirituellen ökonomen die ich kenne: mysterium geld (auf meiner website unter der rubrik geld).

 

Der Archetyp der „Grossen Mutter"
In seinem Buch „Mysterium Geld" erläutert der ehemalige belgische Zentralbankier und Währungshändler Bernard Lietaer all diese, in unserem heutigen Geschichtsbild oft nicht enthaltenen Gegebenheiten auf faszinierende Weise. Und er macht deutlich, dass sie nicht einfach zufällig nebeneinander stehen, sondern dass es Zusammenhänge zwischen ihnen gibt - nicht nur zwischen der Art der verwendeten Währungen und dem damaligen wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch hinsichtlich der Rolle der Frau und des Weiblichen.
Das Hochmittelalter bildete nämlich eine der wenigen Epochen in einer mehr als 5000-jährigen Geschichte des Patriarchats und partiarchaler Werte, in denen das Weibliche und die Frauen nicht unterdrückt wurden. Diese patriarchalen Werte hängen nicht zuletzt mit unserem Gottesbild zusammen - im Christentum beispielsweise sind alle drei Teile der heiligen Dreieinigkeit männlich.
Wie Lietaer deutlich macht, haben sie aber auch mit der Unterdrückung des Archetyps der lebensspendenden „Grossen Mutter" zu tun. Ein Archetyp ist ein starkes, kollektiv verinnerlichtes und meist unbewusstes Bild, das dennoch wegleitend für unser Fühlen und Handeln ist.
Wenn ein Archetyp unterdrückt wird, verschwindet er nicht, sondern manifestiert sich in seinen Schatten. Beim Archetyp der Grossen Mutter sind es die Schatten der Gier und der Angst vor Knappheit.

 

...

 

Die Schatten patriarchaler Monopolwährungen
... Damit eine auf Schuldverpflichtungen beruhende Monopolwährung ihren Wert behält, muss sie knapp sein. Diese Knappheit vergrössert sich noch mit dem Anreiz und der Möglichkeit, dieses zentralistische Geld horten zu können. Beides wird dank dem Zins und Zinseszins zusätzlich gefördert - und hat dann eben Gier auf der einen und Knappheit auf der anderen Seite zur Folge.

Verbindendes Element zwischen diesen beiden Schatten des unterdrückten Archetyps der Grossen Mutter ist die Angst, die Angst vor dem Verlust der zusammengerafften Schätze und die Angst vor dem Mangel an Geld, heute zudem auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Der Kampf um das knappe und knapp gehaltene Monopolgeld führt damit sehr direkt zu einem weiteren Merkmal patriarchaler Gesellschaften, nämlich zu einer Überbetonung von Wettbewerb und Konkurrenz, die schliesslich auch in Kriege münden können - Erscheinungen, die uns bis heute noch nur allzu vertraut sind.

 

eifersucht - bei männern und frauen
dazu ein ausschnitt aus meinem text „die grossen tabus unserer kultur“ auf meiner website:

 

Der patriarchale Rucksack
5000 Jahre Patriarchat können wir aber nicht so einfach abschütteln, hinter uns lassen. Ich gehe davon aus, dass wir das, was wir aus der Geschichte wissen, irgendwo in unserem kollektiven Unterbewusstsein gespeichert haben. Es gibt Unterschiede, wie Frauen und Männer bei Neid und Eifersucht reagieren:

 

Viele Frauen verstehen selbst nicht, warum sie so allergisch reagieren, vor allem wenn es dazu noch gar keinen Grund gibt. Die meisten Frauen sind in ihren vergangenen Leben bestimmt mehrmals von ihrem Mann verlassen worden, weil er sich eine Andere „genommen“ hat. Je nach gesellschaftlichem Kontext hiess das: Sie wurden mit oder ohne Kinder „in die Wüste geschickt“. Sie ist verelendet oder sogar verhungert. Je nach dem wurde sie auch als Ehebrecherin gesteinigt oder als Hexe verbrannt, damit ihr Mann sie los war. In weiten Teilen der Erde herrschen immer noch solche Zustände. Wenn nun der jetztige Partner eine andere Frau kennen lernt, können solche alten Wunden wieder aufbrechen, kann es sein, dass der psychotischer Kern davon berührt wird. Es kommen Ängste und Schreckensbilder hoch, die bisher unbekannt waren, die frau vorher nicht für möglich gehalten hätte.

 

Bei den Männern hat Neid und Eifersucht oft mit Ehre und Stolz zu tun. In Italien gibt es dafür ein Schimpfwort: „Cornuto“, der Gehörnte. „Sie hat ihm Hörner aufgesetzt!“ Natürlich ist immer die Frau die Schuldige. Sie hat ihn entehrt, über den Tisch gezogen, der Lächerlichkeit preisgegeben. Um seine „Ehre zu retten“, d.h. aus seinem verletzten Stolz heraus, rächt er sich, duelliert sich mit seinem Nebenbuhler oder bringt seine Frau um. Auch solche mörderischen Sitten sind in weiten Teilen der Erde immer noch üblich. Schwestern und Töchter werden sogar von ihren Vätern und Brüdern ermordet, um die „Ehre der Familie“ zu retten. Das hat viel mit dem Männlichkeitwahn im Patriarchat zu tun. Aber woher kommt dieser Wahn, der unsere Kultur so zerstörerisch macht, der unsere Mutter Erde zu zerstören droht?

 

(Aus meinem Artikel Eros & Sophia II: Die grossen Tabus unserer Kultur“. In diesem Text geht es um die Sichtbarmachung dieser raffinierten Fesseln in unserem Unterbewusstsein, die direkten und indirekten Verbindungen mit dem herrschenden System und wie man/frau sich davon befreien kann. Der ganze Text findest du un der Rubrik Eros & Sophia).

 

macht, hierarchie - die grosse versuchung
unterdrückung, opferrolle, machtmissbrauch, grössenwahn, überheblichkeit, ohnmacht, gewalt
macht ist nicht schlecht, macht ist für mich neutral. macht und hierarchien abschaffen oder negieren zu wollen, führt zu einer verschleierung der wahren machtverhältnisse. die frage ist viel mehr: wie setzte ich meine macht ein? missbrauche ich sie um andere zu unterdrücken oder setze ich sie konstruktiv ein, um die entfaltung und weiterentwicklung derjenigen zu fördern die weniger macht haben als ich. jeder hat macht, wenn auch nur über sich selber, seine kinder oder tiere.

 

wir haben ein eher gestörtes verhältnis zur macht. oft ist unsere beziehung zur macht geprägt von traumatischen erfahrungen wie unterdrückung, opferrolle, machtmissbrauch, grössenwahn, überheblichkeit, ohnmacht und gewalt. das sind mechanismen, die der entfaltung unserer göttlichen schöpferkraft im wege stehen.

 

krieg, massenwahn mordslust, blutrausch, die begeisterung für den krieg..
ich denke, dass auf diesem gebiet noch einiges auf uns zukommen könnte. wie gross das latent vorhandene kriegspotential ist, wurde nach dem 11. september sichtbar. zur zeit ist die kriegseuphorie in den usa abgeklungen und bereits die hälfte der us-bevölkerung ist für ein rückzug der usa aus dem irak.
dazu ein ausschnitt aus meinem text „die grossen tabus unserer kultur“ :

Der Massenwahn
Wir reden als moderne, aufgeklärte BürgerInnen gern vom „dunkeln“ Mittelalter. Aber die Ursachen, die damals zu brutalen Exzessen führten sind nicht Geschichte sondern stets noch gegenwärtig. Wir tragen sie in uns, in unserem Innern. Nur die Kulissen im grossen Welttheater wechseln. Das Böse heisst jetzt nicht mehr Teufel, sondern Terrorismus. Und vernichtet werden müssen jetzt nicht die Hexen, sonden Hussein, bin laden, die Araber oder überhaupt alle die anders sind. Aber die Mechanismen sind immer noch dieselben. Massenwahn ist weiter verbreitet als wir wahrhaben wollen. Auch heute noch.

 

Wenn ich von Massenpsychose oder gar von Massenwahn einer ganzen Kultur spreche, dann will ich die klassisch psychiatrischen Begriffe ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, um den Wahn zu definieren, nämlich: Die Realitätsverkennung und gleichzeitig die Unkorrigierbarkeit dieser Wahrnehmung; Menschen sind auch gegen ihr besseres Wissen nicht von ihrem Wahn, von ihrer falschen Wahrnehmung und Erfahrung abzubringen. Das kassische Bild der Spaltung in gute, eigene Gruppe hier und den zu vernichtenden Sündenbock dort, der Böse als Ursache für alles übel auf dieser Welt. Verbunden mit dieser Spaltung ist das ... Phänomen des Aufbruchs von archaisch-kleinkindlichen Affekten und Gefühlen, das „Ausser-sich-Geraten“, vor allem das entstehen von archaischer Wut einerseits und archaischer Paradiesvorstellungen andererseits. Aus der heutigen Zeit muss in erster Linie Deutschland unter Hitler in den Jahren 1933-45, das Phänomen des Faschismus erwähnt werden. Eine Führungspersönlichkeit steht im Zentrum, eine Art neuer Messias einerseits und ein in seinen Grundfesten erschüttertes Volk anderseits. ... In diesem Zustand entwickelt sich eine ganz spezifische Dynamik zwischen der Figur eines Führers und der Masse eines Volkes, den Geführten: Sie geraten ausser sich, geraten in Ekstase und verlieren dabei ihre Freiheit des Denkens, Fühlens und Wollens. Die Menschen in diesem Zustand geraten in eine Regression, was bedeutet, dass ganz starke, archaische und frühkindliche Affekte und Gefühle aufbrechen, einerseits Affekte der mörderischen Wut und andererseits Affekte von überstarker Heilserwartung. Und dieser Aufbruch in einem Volk hat einen direkten Einfluss auf die Person und Rolle des Führers, der gar nicht losgelöst und getrennt betrachtet werden darf von der Erwartung in der Gruppe, im Volk, das er führt. Ein „guter“ Führer spürt die unbewussten Wünsche seines Volkes und spricht sie offen aus.“ (Renggli S. 115)

 

Es ist unheimlich, ja bedrohlich, was in unserem Unterbewusstsein schlummert. Und diese schlafenden Hunde können geweckt und gezielt benutzt werden. Ein einflussreicher Teil der „classe politik“ arbeitet mit diesen Mechanismen und setzt sie ganz bewusst ein, um ihre Macht zu mehren. Die Bushfamilie hat sich neben dem Öl auf dieses Geschäft spezialisiert. Ein Krieg, richtig inszeniert, ist nach wie vor das lukrativste Geschäft. Wir befinden uns heute in einer ähnlichen Situation wie damals in der Weimarer Republik, bevor Hitler (übrigens finanziert mit Unterstützung der Bushfamilie) ganz „demokratisch“ gewählt wurde: Rezession, Angst vor Arbeitslosigkeit, vor der Zukunft. Das Massaker am 11. September hat das amerikanische Volk nicht gerade in seinen Grundfesten erschüttert, wie das die Massenmedien behaupten, aber die Volksseele wurde doch so tief getroffen, dass die Machthaber eine richtige Kriegshysterie inszenieren konnten.

 

Wo Krieg ist, liegt eine Spaltung vor. Und überall, wo eine Spaltung festgestellt wird, besteht die Gefahr eines späteren Gewaltausbruches oder Krieges. Die Geschichte des christlichen Abendlandes beginnt mit Kriegen: Das Heilige Land muss befreit werden aus den Händen der Mohammedaner. Der böse Islam dort, das gute Christentum hier – die Folgen sind die Kreuzzüge in den vorderen Orient (11. bis 13. Jahrhundert). ... Und schliesslich sei erwähnt, dass mit dem Aufkommen des Kapitalismus in Europa der Krieg im Spätmittelalter zu einem chronischen Zustand geworden ist. Und nachdem von Spanien aus Amerika entdeckt und erobert worden ist, wird der Krieg in die ganze Welt exportiert.“ (Renggli S. 116)

 

(Aus meinem Artikel Eros & Sophia II: Die grossen Tabus unserer Kultur“. In diesem Text geht es um die Sichtbarmachung dieser raffinierten Fesseln in unserem Unterbewusstsein, die direkten und indirekten Verbindungen mit dem herrschenden System und wie man/frau sich davon befreien kann. Der ganze Text ist unter der Rubrik Eros & Sophia zu finden)

 

die verlorenheit der männer
die verlorene beziehung zu sich selber – für isabella
an einem workshop mit thomas hübl weinte ein mann sehr und ging unerbittlich und vehement in sein muttertrauma hinein. die andern männer unterstützten ihn. die wirkung des feldes ermöglichte fortschritte, die früher jahre brauchten. ich sagte nachher in der feedbackrunde, dass er sich soeben 3-4 jahre therapie erspart hätte. in psychotherapie-gruppen machte ich immer wieder die erfahrung: frauen brauchten 3-4 monate, um an genau diesen punkt zu kommen, männer im allgemeinen 3-4 jahre. das gibt zu denken.

 

es gibt verschiedene gründe warum das so ist. einerseits die unterschiedliche sozialisation von frauen und männern. als knabe wird mann oft zum ersatzliebhaber der mutter. sie ist frustriert von der beziehung zu ihrem mann und alle ihre wünsche, hoffnungen und sehnsüchte projiziert sie auf den knaben. das ist auch mir passiert. da man als kind abhängig ist von der mutter, versucht man alles um ihre liebe zu bekommen. ich lernte notgedrungen die rolle des lieben kindes zu spielen, so wie die mutter mich haben wollte. dadurch verlor ich aber den kontakt zu mir selber. die folge davon war ein schwanken zwischen grandiosität und depression, zwischen überheblichkeit und minderwertigkeit (gut beschrieben in „das drama des begabten kindes“ von alice miller).

 

das ist genau das was ich bei vielen männern beobachte: wir können gut eine rolle spielen – arzt, polizist, handwerker, lehrer oder manager – haben aber schwierigkeiten, wenn es um tiefere beziehungen geht, die über blosse geschäftsbeziehungen hinausgehen. am schwierigsten wird es, wenn man mit männern übern ihre beziehung zu sich selber reden will. viele sehen einem dann nur entgeistert an und verstehen nicht wovon man redet. und doch: die beziehung zu sich selber ist die grundvoraussetzung für eine wirkliche (nicht symbiotische) beziehung zum du.

 

ein anderer hintergrund ist kollektiv. all die kriege an denen wir beteiligt waren, führten zur verpanzerung: mit jedem mord, jeder vergewaltigung und jeder folter haben wir eine weitere panzerschicht um unsere herzen gelegt, damit wir den schmerz nicht fühlten und die tat vollbringen konnten. das dürfte ein wichtiger grund sein, warum es den männern im allgemeinen schwerer fällt, ihre gefühle zu spüren, ihre emotionen wahrzunehmen und ihr herz zu öffnen und auf grund meiner erfahrung im allgemeinen länger brauchen, um an diesen punkt zu kommen.

 

die magische zeit energielöcher auf grund schwarzmagischer praktiken
ken wilber staffelt die menschheitsentwicklung in archaische, magische, rationale und integrale zeit. die matriarchale epoche war keineswegs so friedlich und harmonisch wie die feministischen matrarchatsforscherinnen annehmen. da die siedlungen aus dieser zeit keine befestigungsanlagen aufweisen, gehen sie davon aus, dass es keinen krieg gab. das stimmt vielleicht auf der materiellen ebene, aber gewalt und unterdrückung gab es auch in dieser zeit. die magischen fähigkeiten waren damals hochentwickelt (pyramidenbau, monolytische kulturen). ich erlebte in/bei rückführungen vieles, was wir heute als schwarze magie bezeichnen (ritualmord, menschenopfer).

 

 

 

5000 jahre patriarchat der grosse brocken
ich nehme an, das ist der grösste brocken. nicht nur in unserer kultur, überall auf der welt wurde das weibliche negiert oder abgewertet. körper und geist gespalten in mater und gott, in himmel und erde, das materielle und das imaterielle. in den gottesbildern aller weltreligionen wurde das weibliche vermindert, abgewertet (buddismus, hinduismus) oder entfernt (christentum, judentum, islam).


zum thema patriarchat ein auszug aus meinem artikel: die grossen tabus unserer kultur.


inquisition, hexenverbrennung - der tiefpunkt?  
der hexenhammer 
Ganz offensichtlich handelt es sich hier um die zentrale Angst der Männer der damaligen Zeit, in welcher die sexuellen Bedürfnisse besonders stark ausgebildet gewesen sind.“
Ist es nicht viel mehr so, dass die Bedürfnisse gleich bleiben, sie aber in verschiedenen Kulturen und Kulturepochen mehr oder weniger unterdrückt und pervertiert werden?
Dies ist nur ein scheinbarer Widerspruch, denn so, wie ein mächtiger und selbstsicherer Mann in seinem Innersten einen ganz verletzlichen, bis zum grenzenlosen Zerfliessen weichen Kern verbergen muss, so steckt hinter der Hypersexualität der damaligen Zeit eine unendliche Angst der Männer verborgen, ihre Männlichkeit, ihre Potenz zu verlieren. Wir wissen bereits, dass die Zeugungskraft die hauptsächliche Eingangspforte ist, da der Teufel über das böse Weib, die Hexe, den Mann an sich fesselt.“ (Renggli S.142)

 

Sicher sind im allgemeinen Teufelswahn solche Ängste im Zentrum gestanden. Aber was steckt dahinter?

 

Die Angst der Männer vor der Potenz der Frau
Könnte es sein, dass dahinter die Angst der Männer vor der grösseren Potenz der Frau steckt? JederMann weiss, dass viele Frauen den Sex länger geniessen möchten als der Mann es normalerweise kann, dass viele multiorgasmusfähig sind und dass es Frauen gibt, die ab und zu eine Gang-Bang-Party veranstalten. Ich denke, dass in der Zeit der „Hypersexualität“, wie das Franz Renggli bezeichnet, auch die Frauen ihre Sexualität entsprechend gelebt haben. Sicher nicht immer zur eitlen Freude ihrer Ehemänner.

 

Viel realer als die Angst, dass ihnen ihr Schwanz vom Teufel geklaut wird, war wohl ihre Angst vor der hemmungslosen Sexualität der Frau. Denn das ist eine direkte Bedrohung für den patriarchalen Männlichkeitswahn, der auf dem Bluff einer völlig irreal übersteigerten Potenz aufbaut. Wenn sich zeigt, dass es mit der Potenz eines Patriarchen nicht so weit her ist, dann fühlt sich dieser zumindest verunsichert. Wahrscheinlicher ist aber, dass er sich in seinem Stolz verletzt fühlt, vor allem wenn das noch andere erfahren. Es liegt auf der Hand, dass die z.T. grössere Potenz der Frau in einer Zeit der „Hypersexualität“, in der die Sexualität offener gelebt wurde, für den Mann eine Bedrohung dargestellt haben musste.

 

„So gesehen darf der Hexenhammer als das erste tiefenpsychologische Lehrbuch des christlichen Abendlandes betrachtet werden, das vor allem die Ängste der Männer vor den Frauen am Ende des Spätmittelalters bis ins kleinste Detaile beschreibt.          ...
Die Hypersexualität im Spätmittelalter hat nicht nur die Männer erfasst. Die Frauen damals sind vermutlich nicht gerade zimperlich gewesen. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass Hexen zu einem so heftigen sexuellen Begehren neigen. Bekommt eine Frau nicht von ihrem Mann, was sie sich wünscht, sucht sie die Befriedigung bei einem Nächsten. Nicht nur die Männer haben ihre Frauen verlassen, sondern genauso umgekehrt.“ (Renggli S.134)

 

(Aus meinem Artikel Eros & Sophia II: Die grossen Tabus unserer Kultur“. In diesem Text geht es um die Sichtbarmachung dieser raffinierten Fesseln in unserem Unterbewusstsein, die direkten und indirekten Verbindungen mit dem herrschenden System und wie man/frau sich davon befreien kann. Der ganze Text ist auf der Rubrik Eros & Sophia zu finden)

 


 

neuen wein in neue schläuche
ideen für neue formen und gefässe, andere vorgehensweisen

 

nicht nur die inhalte sind wichtig, auch die art und weise wie sie vermittelt werden ist sehr wesentlich. da bekanntlich 80% der kommunikation nonverbal abläuft, ist es von entscheidender bedeutung, auch hier neue formen zu entwickeln.

eigentlich wissen wir ziehmlich genau, wo's lang geht, was wir tun bzw. nicht tun sollten. aber tun wir es? setzen wir das auch um, was wir gelernt haben? hier happert es meistens. ich weiss aus eigener erfahrung, dass ich x-mal auf die nase fallen muss, bis ich mich dazu durchringen kann, das auch wirklich zu tun, was ich schon lange weiss.

 

spiritueller konsum übungsgruppen
es gibt so etwas wir workshop-tourismus, spiritueller konsum. man kann spirituelle lehrer, workshops, spiritualität als solche, auch einfach nur konsumieren. frau kann sich einbilden, dass das genüge, dass das spirituelle entwicklung sei.

 

was meist fehlt sind übungsgruppen, kleine gruppen von 3-7 menschen, die zusammen all das üben, was sie gehört und gelesen, was sie in all den workshops, die sie besuchten und immer wieder besuchen, gelernt haben und lernen. es braucht auch eine gewisse verbindlichkeit, dass etwas vereinbart und dann auch eingehalten wird.

 

extreme risse im kokkon – neue möglichkeiten
etwas machen, was ich noch nie gemacht habe. das tun, vor dem ich angst habe. das ist für jeden etwas anderes. 2-3 monate kein tv mehr zu schauen, ist für viele schon sehr extrem, einmal eine andere arbeits- oder wohnform auszuprobieren noch extremer und einmal drei tage nicht mehr permanent zu denken, sondern nur dann, wenn ich es wirklich brauche ist für die meisten schlicht unmöglich.
aber wenn wir etwas extremes machen, sprengen wir den kokkon den wir uns gebaut haben. es gibt risse in die harte schale unserer konditionierungen und durch diese risse und spalten können neue informationen in unser feld eindringen. wir öffnen uns neuen möglichkeiten.

 

an den früchten werdet ihr sie erkennen
ein essentieller punkt ist, ob ich das lebe was ich predige. ich denke, die menschen haben ein feines gespür dafür, was echt und autentisch ist und was nicht.

 

die firma          kooperatinon statt konkurrenz ist angesagt
wir gründen eine firma. der/die chefIn/guru/führungspersönlichkeit ist der müllmann, der unterste, der diener der die papierkörbe leert und aufräumt, äusserlich (symbolisch) und innerlich. was die anderen machen, sollte möglichst nicht vorgegeben sein. ich würde an diesem punkt gerne mit open space strukturen arbeiten. es geht vor allem darum, ein feld zu kreieren, in dem neues entstehen kann. einige machen vielleicht ein buch, andere machen professionelle cd's oder gründen eine event-agentur: „sharing the presence“ um noch mehr menschen zu erreichen. was dann dabei rauskommt finde ich zwar auch wesentlich, aber nicht primär. wichtig ist der prozess der dann entsteht. wer spielt welche rolle: alpha-tierchen oder mitläufer, macher oder mauerblümchen? wer dominiert, wer bleibt befehlsempfänger? zu schauen, wie setze ich meine macht ein. kann ich jemanden akzeptieren der es besser kann oder muss ich rebellieren? und umgekehrt: unterstütze ich diejenigen, die weniger macht haben als ich, helfe ich ihnen weiterzukommen auf ihrem weg oder sorge ich vor allem für mein ego? kann ich bei mir bleiben oder gehe ich in den aktionismus?

 

meine lehre aus der osho-bewegung
bei osho gab es etwas ähnliches. aber er hat nicht eingegriffen und das in die praxis umgesetzt was er predigte. es zuzulassen, dass sie ihm ein dutzend rolls reuss schenkten fand ich auf eine gewisse weise noch witzig - als parodierung unserer konsumkultur – ob es so gemeint war, wage ich zu bezweifeln. tragischer fand ich dann die internen machtkämpfe und -strukturen. dass es eine herrscherin gab, die rund um die welt reiste, von zentrum zu zetrum und despotisch entschied: dieses zentrum wird geschlossen, dieses darf weiterbestehen. in diesem sinn ist für mich die osho-bewegung im desaster geendet. bestimmt hat das auch seinen sinn, weil man/frau auch da ganz viel lernt. ich (als aussenstehender) habe daraus gelernt, dass wir bezüglich geld und macht sehr achtsam sein müssen, um nicht in einer spirituellen euphoroie abzuheben und dann wieder in alte muster zurück zufallen.

 

der spielplatz
das ziel ist unseren traum zu leben. einen spielplatz zu schaffen, auf dem wir üben können, das umzusetzen was wir schon lange wissen, wollen, möchten. eine andere welt ist möglich (attac), aber nur wenn wir lernen, unsere schöpferkraft zu aktivieren. wenn wir zusammen ein solches feld herstellen, öffnen wir uns für neue möglichkeiten, für die intelligenz aus dem universum, die über das bisher angedachte weit hinausreicht; kreieren wir modelle, die das neue paradigma vorwegnhmen.

 

die städtetour
wir organisieren eine tour durch verschiedene städte des deutschsprachigen raums, mit offenem abend und week-end workshop. das ziel dabei wäre, dass sich an jedem ort aus den workshop-teilnehmern eine feste gruppe bildet, die sich in etwa folgendes zum programm macht:

  • wir wollen unserer spirituellen entwicklung mehr priorität geben
  • wir gründen eine übungsgruppe und treffen uns regelmässig
  • wir kreieren ein feld, in dem neues entsteht: versuchs-labor, experimente
  • wir bilden eine spurgruppe, die ein feld hält und ein konkretes projekt entwickelt: gemeinschaft (in welcher form?), spirituelles zentrum, seminarorganisation, heilerInnen-haus, firma..
  • projekt realisieren

 

 

gemeinschaftsprojekte
in den letzten jahren habe ich zu diesem thema intensiv geforscht. um das rad nicht neu zu erfinden, habe viele gemeinschaften besucht und habe viele stärken und schwächen ihres spezifischen feldes beobachten können. hier ein paar meiner schlussvolgerungen:

 

kommune oder hausgemeinschaft?
das ist vor allem eine frage von nähe und distanz. ich persönlich bevorzuge als wohnform eine hausgemeinschaft wie karthago in zürich, in der singles, paare, familien und wg's unter dem selben dach wohnen. sie haben zusätzlich zu ihren wohnungen einen grossen gemeinschaftsraum mit einer grossküche. sie haben eine köchin angestell, die jeden abend (mo-fr) ein essen kocht. das kostet sfr. 8.-/€ 5.10 pro tag, entlastet die mütter und ergibt einen ungezwungenen treffpunkt für das soziale netz.

 

in einer kommune teilt man küche und bad. dadurch entsteht viel reibungsfläche. jedeR der schon ein paar jahre in einer wg gewohnt hat, weiss wie viel zeit und energie für die dauerbrenner putzen /schmutzempfinden /ordnung und einkaufen/ kochen/ abwaschen/ spülen draufgehen können.

 

prioritäten eine spirituelle ausrichtung
ich möchte die prioritäten anders setzen und der menschlichen/spirituellen entwicklung mehr raum geben. das heisst für mich, unser bewusstsein zu erweiter und unsere liebesfähigkeit, unsere herzenswärme zu erhöhen. dazu gehört auch die arbeit an (oder besser – das zelebrieren) unserer beziehungen, insbesondere unserer liebesbeziehungen.

 

manko auffüllen die suche nach dem verlorenen glück
viele die in sich ein manko spüren, fühlen sich wie magisch angezogen von gemeinschaften. viele kommen mit der erwartung, dass die andern - die gemeinschaft - ihr manko auffüllen werden/wird. das ist natürlich nicht so. werden ihre erwartungen jedoch nicht erfüllt, sind sie frustriert und entwickeln agressionen, die sie dann auf ihre mitbewohner und die gemeinschaft als ganzes projizieren. wenn viele solche menschen eine gemeinschaft bilden, wird diese gemeinschaft zur hölle.

 

hamsterrad stress für einen guten zweck
viele gemeinschften überfordern sich mit zu teuren liegenschaften, schlechten finanzierungen, zu grossen und zu vielen projekten, die sie in zu kurzer zeit realisieren wollen. oft bleiben dabei die ürsprünglichen ideale auf der strecke und man jagt von termin zu termin. so kreiert man/frau sich ein hamsterrad und hat zu guter letzt genau den gleichen stress wie zuvor in der normalen gesellschaft, mit dem kleinen unerschied, dass der stress jetzt einem guten zweck dient. aber bekanntlich heiligt der zweck die mittel nicht.

 

die finanzierung
die meta-ebene
für die finanzierung von gemeinschaftsprojekten im allgemeinen und spirituellen zentren im speziellen schwebt mir etwas grösseres vor. in den 70er und 80er jahren kamen in der finanzbranche ökologische und ethisch saubere anlagestrategien auf. in den 90er jahren kam das kriterium „sozial verträglich“ dazu. der nächste schritt wäre eine anlagemöglichkeit zu schaffen, die ganz gezielt projekte unterstützen, die einen beitrag zum neuen paradigma leisten. so etwas wie einen wassermann-fonds! das einfachste wäre ein immobilien-fonds, der nichts anderes machen würde, als immobilien aufzukaufen, die dann für solche projekte zur verfügung stehen würden. wenn in der schweiz die abs und die bcl und in deuschland die gls dafür gewonnen werden könnten (in östereich kenne ich mich zu wenig aus), könnte eine anlagegefäss für die kulturell kreativen (das sind im deutschen sprachraum ca. 1/3 der bevölkerung) geschaffen werden, das attraktiv ist und dadurch reelle chancen hätte.

 

zur finanzierung von projekten/firmen gibt es auch die möglichkeit der emission von wertpapieren. man/frau kann sich beteiligen und aktien, obligationen oder genossenschaftsanteile kaufen. aber sie werden nicht verzinst. eine möglichst hohe rendite ist nicht das ziel.

 

parallel dazu gibt es eine eigene währung, nach dem vorbild von damanhur und findhorn (die haben schon eine eigene bank). dadurch öffnen sich wieder ganz neue möglichkeiten. menschen, die lernen wollen sinnvoller mit ihrem geld umzugehen, können in eine etwas andere firma investieren. menschen die weniger geld, aber viel engagement und feuer haben, können ihre zeit und kraft einbringen und teilweise oder ganz mit der komplementär-währung bezahlt werden.

 

die projekt-ebene
oft scheitern gemeinschaftsprojekte daran, dass die meiste energie für die suche und die finanzierung der idealen liegenschaft verwendet wird. es gibt zwei weitverbreitete fallen, in die projekte (nicht nur in der gemeinschaftsszene) häufig geraten: das geld und die beziehungs-unfähigkeit. projekte, die von menschen lanciert werden, die viele wirtschafts- und finanztechnische qualifikationen haben, unternehmerInnen- und pioniergeist mitbringen, kreieren oft grosse würfe. wenn sie trotzdem scheitern, scheitern sie oft an ihren beziehungskonflikten. da sie der entwicklung einer neuen beziehungskultur ihr ganzes leben viel zu wenig raum und zeit gegeben haben, bringen sie in diesem bereich kaum erfahrung mit. ein beispiel ist das kraftwerk1, ein 50 mio. gemeinschaftsprojekt in zürich mit rund 400 bewohnern (die realisierung von bolo bolo?). schon nach zwei jahren waren sie fieberhaft auf der suche nach mediatoren und mediatorinnen, weil sich der vorstand dermassen zerstritten hatte, dass sie nicht mehr weiter wussten.

 

das andere extrem sind menschen, die schon viel an sich gearbeitet haben, die langjährige therapie- und workshoperfahrung haben, die sogar mit neuen wohn- und beziehungsformen experimentierten. aber sie haben keine grosse ahnung wie unsere wirtschaft funktioniert, was es bedeutet in übersättigten märkten ein neues geschäft aufzubauen, welches geschäft welchen standort braucht, wie eine intelligente finanzierung aussehen könnte, wie man sich vermarktet usw. in dieser konstellation findet frau sich plötzlich in einer zwickmühle wieder: die ganze energie muss dazu verwendet werden, den budgetierten umsatz hinzukriegen um die fixkosten bezahlen zu können. das schreckgespenst eines konkurses hängt dauernd wie ein damoklesschwert über dem kopf. all die spirituellen ideale, all die hochgesteckten ziele gehen den bach runter.

 

eine solche storry hörte ich von verschiedenen seiten vom neuen kurszentrum am bodensee (mit seeanstoss und einem badestrand). ich weiss von zwei personen, die die gemeinschaft desshalb verlassen haben: es gehe nur noch um's geld. natürlich ist eine solche aussage subjektiv und man müsste auch die andere seite hören. aber die gefahr in diese falle zu geraten ist auf jeden fall real.

 

beziehungen der ICE des lebens
ich möchten den fokus mehr auf die zwischenmenschlichen beziehungen richten, auf die entwicklung einer guten kommunikationskultur, auf eine kooperative zusammenarbeit, auf die wahrnehmung der gruppendynamik. eine gemeinschaft von männern und frauen, die eine neue beziehungskultur entwickeln – gleichberechtigt, partnerschaftlich, kreativ. eine gemeinschaft von herzensmenschen, die sich gegenseitig begleiten wollen auf ihrem individuellen weg der menschlichen und spirituellen entwicklung. wenn wir unsere prioritäten anders setzen wollen (s.prioritäten), dann braucht die arbeit an (oder eben das genissen von) unserer beziehungen ihren raum. ob mono oder poly, hetero/bi/homo oder lesbisch ist sekundär, da die themen die auftauchen in etwa die selben sind. eine gruppe mit einer gemeinsamen vision, hat die chance, zusammen ein feld zu kreieren, in dem sich die energie nach oben potenziert, statt wie so oft nach unten. und es gibt jeweils mehrere spiegel, die uns helfen können, bei uns – im hier und jetzt zu bleiben. es geht darum, den himmel auf die erde zu holen!

 

die spurgruppe das feld, die matrix der zukünftigen gemeinschaft
um dieses ziel zu erreichen, ist es entscheidend, dass sich eine spurgruppe bildet, die ein energetisches feld von hoher schwingung erzeugt und auch halten kann. mit unseren gedanken, gefühlen und taten erzeugen wir unser feld, das eine entsprechende wirklichkeit anzieht.

 

es ist z.b. ein ding der unmöglichkeit, die richtigen leute mit derselben vision suchen zu wollen, ein selektionsverfahren zu entwickeln und aufgrund dessen zu entscheiden, wer in dieses raster passt oder nicht.

 

es läuft umgekehrt: über das resonanzprinzip ziehen wir die menschen an, die auf das feld ansprechen, das wir erzeugen. normalerweise läuft dieser prozess unbewusst ab. es war dann liebe auf den ersten blick oder eine glückliche oder unglückliche fügung des schicksals und wir freuen uns oder ärgern uns.

 

diesen prozess gilt es jetzt möglichst bewusst zu gestalten, das heisst für mich: unsere schöpferkraft mobilisieren. mit unserer schöpferkraft können wir unser leben, die welt verändern – berge versetzen! let's do it!

 

dieser prozess braucht seine zeit. ich denke mindestens ein jahr, besser zwei oder drei jahre sollte man/frau sich zeit nehmen. um sich innen und aussen kennen zu lernen: zusammen meditieren, essen, wandern, ausflüge machen, interessante gemeinschaften besuchen, in die berge fahren, zusammen eine woche in einem workcamp arbeiten, einen workshop besuchen, selber einen workshop organisieren..

 

sich selber und die andern von ganz verschiedenen seiten kennen lernen. immer tiefer nachspüren, was ich will und was nicht. nachspüren, ob ich mit diesen menschen einen lebensabschnitt gehen will, wie bedingungslos mein ja ist. mein ja, ihr ja, unser ja zum leben.

 

quellen:

 

 

 

 

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