bauen mit strohballen,
interssante beispiele


Der Architekt und Pionier Werner Schmidt aus Trun (Graubünden, Schweiz) im Gespräch mit Martin Frischknecht.

Während Werner Schmidts «Stroh im Kopf» damals belächelt wurde, sind heute seine Strohhäuser beliebt und auch von Skeptikern anerkannt. Der Filmbeitrag erklärt alle wichtigen Fragen zu diesem Haustyp wie z.B. Statik, Vorschriften, Isolationswerte, Wohnklima, Heizkosten, Energiespeicherung usw. und bietet einen Einblick in bestehende Bauten sowie weitere künftige Projekte.

Es gibt unzählige neue Methoden, Häuser wirksam zu isolieren und dabei Heizkosten zu sparen. Es wir oft vergessen, dass die Natur uns zeigt, wie man es machen sollte. Aus ökonomischen Gründen werden heute vielmals Neubauten und Sanierungen mit Kunststoffen regelrecht in Thermosflaschen verwandelt. Dass dies auf unsere Gesundheit negative Einflüsse ausüben kann und bei späterem Abbruch Entsorgungsprobleme herbeiführt, wird meist übersehen. Der Architekt und Pionier Werner Schmidt aus Trun (Graubünden, Schweiz) geht da ganz andere Wege. Er baut regelrechte «Strohhäuser», welche sich für naturnahes optimales Wohnen auszeichnen. Argumente wie «Strohhäuser fackeln ab - eben wie Strohfeuer» und «Strohhäuser fallen doch statisch in sich zusammen» stimmen nicht. Während Werner Schmidts «Stroh im Kopf» damals belächelt wurde, sind heute seine Strohhäuser beliebt und auch von Skeptikern anerkannt. Der Filmbeitrag erklärt alle wichtigen Fragen zu diesem Haustyp wie z.B. Statik, Vorschriften, Isolationswerte, Wohnklima, Heizkosten, Energiespeicherung usw. und bietet einen Einblick in bestehende Bauten sowie weitere künftige Projekte.

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Öko-Häuser aus Strohballen

Im Wallis entsteht das erste Schweizer Strohhotel. Häuser aus Strohballen baut der Bündner Architekt Werner Schmidt seit 20 Jahren. Doch noch immer schlägt ihm viel Skepsis entgegen: Bauherren verbinden Strohballen mit Kuhmist und Brandgefahr. Zu unrecht. Strohballenhäuser sind hervorragend isoliert und kommen ohne Heizung aus.

Video auf http://www.videoportal.sf.tv/video?id=dd8b3550-fe7c-44af-9664-095107d82d50

Link zum Bild: http://www.architekt-werner-schmidt.de/02projekte/details/werkstatt_s.htm


A M   T E M P E L H O F


Im Einklang mit der Natur: Ein Traumhaus für 4000 Euro

 

Ein eigenes Haus, nah bei der Natur - das ist für viele Menschen ein Traum, der in weiter ferne liegt, vor allem aus finanziellen Gründen. Dass man ein Traumhaus auch für einen kleinen Preis bauen kann, beweisen immer mehr findige Architekten. Erstaunlich ist dabei, dass die billigsten Häuser auch die umweltfreundlichsten zu sein scheinen.

 

Der Fotograf Simon Dale wollte zeigen, dass bauen und leben im Einklang mit der Natur für jeden Menschen möglich ist und hat seiner Familie ein bezauberndes Haus gebaut.

 


Nah bei der Natur

 

Für Simon Dale war ein Haus zu bauen, mehr als nur der Wunsch nach einem eigenen Heim, auch wenn dieser Wunsch einen Teil seiner Motivation ausmachte:

 

"Dein eigenes Leben zu leben, auf deine eigen Weise, gibt dir sehr viel. Deine Träume zu verwirklichen, hält deine Seele am Leben."

 

Aber da war noch mehr, eine Klarheit darüber, dass der Weg, den unsere Gesellschaft nimmt keine Zukunft hat, und dass wir alle in unserem eigenen Leben beginnen müssen, aus der Abwärtsspirale auszusteigen und einen anderen Traum zu träumen. Den wahren Zustand unserer Gesellschaft zu erkennen, hat in Simon keine Resignation ausgelöst, sondern einen Enthusiasmus, zumindest im kleinen Rahmen eine Lösung zu schaffen.

 

"Die Begeisterung für diese Art von Änderungen kommt nicht nur aus einer intellektuellen Sorge um die Probleme unserer Zeit, sondern auch aus einer viel stärkeren Anziehungskraft, die wir im Herzen spüren. Es ist nicht ohne Grund, dass diese Art zu Leben oft als "das gute Leben" bezeichnet wird und "ein Haus auf dem Land" ein beliebtes Ziel für den Ruhestand ist. Wir haben eine evolutionäre Geschichte und einen Wunsch, nah mit der Natur zu leben."

 

Simon begann, ein nachhaltiges Haus zu planen, das beweisen sollte, dass diese Art zu leben für jeden Menschen möglich ist.

 

 

 


Zu Besuch bei den Hobbits

 

Auf einem kleinen Stück Land verwirklichte er ein Haus, das für sich selbst spricht. Die Wärme und Gemütlichkeit, der künstlerische Anspruch, die Ausstrahlung lassen einem das Herz aufgehen.

 

Das Haus ist eine Botschaft: Es ist möglich. Gemeinsam mit seinem Schwiegervater errichtete er das Haus in Handarbeit - ohne Vorkenntnisse. Benutzt wurden nur eine Kettensäge, ein Hammer und ein Meißel. Nach vier Monaten war es einzugsfertig. Kosten für das Haus: knapp 4000 Euro. Verwendet wurden natürliche Materialien und Baustoffe aus Abrissen und von Schrottplätzen.

 

Das Haus ist in einen Hang gebaut, was eine perfekte Isolierung bietet, die durch Strohballen im Boden und den Wänden ergänzt wird. Das Dach besteht aus einer Spirale aus Baumstämmen, die Wände sind aus Steinen und Lehm und wurden mit Kalk verputzt. Das Ofenrohr des Holzofens wird vor dem Austritt durch Lehm geführt, um die Wärme maximal zu speichern. Der Kühlschrank wird über Kaltluft betrieben, die durch das Erdreich geführt wird, Solarpanels erzeugen Strom für Licht, Musik und Laptops und eine Komposttoilette spart Wasser.

 

Umgeben ist das Haus von einem Permakultur-Garten, welcher der Familie einen Teil der Nahrungsmittel liefert. Von Außen sieht das Haus ein bisschen aus wie bei den Hobbits, von innen, wie in einem gemütlichen Märchen. Inzwischen baut Simon an größeren Projekten - sein Traum ist eine nachhaltige Gemeinschaft. Doch dieses erste Haus hat sein Leben stark verändert:

 

"Teil unserer Motivation war es, anderen zu zeigen, dass diese Art von Leben möglich ist. Ich habe ein paar Fotos von unserem Haus auf eine einfache Web-Seite gestellt, um es ein paar Freunden zu zeigen, die uns mit dem Bau geholfen hatten. Innerhalb weniger Wochen war es weitergegeben worden und begann, auf ein paar Blogs erscheinen. Seitdem hat diese Website bis zu 50.000 Unique Visits pro Tag und wurde bereits von 2 Millionen Menschen angesehen. Ich habe Tausende von E-Mails von aufgeregten und begeisterten Menschen bekommen. Manche mit Freuden-Tränen, manche mit Plänen, einige mit ihren eigenen Geschichten und jeder einzelne mit Begeisterung und Ermutigung. Dies war eine bewegende und Augen-öffnende Erfahrung. Die Menschen sind von diesem Haus und dieser Art des Lebens angezogen. Es braucht fast keine Erklärung, nahezu alle haben ein sofortiges und klares Verständnis der Philosophie und Lebensweise. Unter anderem dieses Erlebnis hat mir sehr klar gemacht, dass eine beachtlich große Zahl von Menschen bemüht ist, den Übergang zu einer energiesparenden und einfachen Lebensweise zu verwirklichen."

 


 

 

Der Umbau der Gesellschaft

 

Für Simon geht es um nicht weniger als den Umbau unserer Gesellschaft, einen neuen Lebensentwurf, eine Rückkehr zu einer natürlichen Lebensweise, im Einklang mit der Natur und moderner Technik.

 

Dass, da ist sich Simon sicher, ist eine Notwendigkeit unserer Zeit, nicht bloß der Traum von ein paar Hippies. Mit zunehmendem Ausmaß der Krise wird dieses Bewusstsein immer mehr Menschen erreichen, so hofft er.

 

„Die Tatsache, dass diese Krise bereits geschieht, bedeutet, dass die Frage nicht lautet, ob sie noch abgewendet werden kann, sondern, was wir tun können, um zu verhindern, dass sie sich verschärft sie wie wir mit ihren Auswirkungen fertig werden. Es geht nicht darum, was wir morgen tun können, sondern was wir heute tun können."

 

 

 

 

Eine komplette Bauanleitung findet sich auf Simons Webseite:

 

http://simondale.net/

 

 

 

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so baut man billig und arbeits-intensiv in Entwicklungsländern

strohballenhäuser/jurten und permakultur bieten neue möglichkeiten. was mich am bauen mit strohballen fasziniert ist:

  • es ist möglich häuser ohne heizungen zu bauen.
  • strohballen machen es möglich, den anteil der grauen energie (die energie die benötigt wird, um alle bestandteile eines hauses herzustellen) um bis zu 90% zu senken.
  • mit strohballenbau ist ein autarkes haus/eine autarke siedlung möglich/finanzierbar
  • die technik ist einfach. man/fau kann selber bauen/mitbauen.
  • bei normalem/konventionellem vorgehen (erstes strohballenhaus der schweiz in disentis) ist der bau/das gebäude ca. 10% günstiger.
  • bei modul-bauweise und beschränkter eigenleistung sollte eine kosteneinsparung von 20-30% möglich sein.
  • baust du soviel als möglich selber (familie, freunde, workshops für interessierte) sollten bis zu 50% möglich sein.
  • mit materialeinkauf auf den bauteilbörsen sind weitere einsparungen möglich

anders bauen ist möglich. dadurch eröffnen sich ganz neue möglichkeiten.

 

ein traum von vielen ist ein eigenes haus, eine eigene wohnung. in der schweiz ist das besonders schwierig zu erreichen. wir sind ein land von mietern. der anteil der eigenheimbesitzerInnen hat sich zwar erhöht, aber nur für die oberen einkommensklassen.

 

doch jetzt sind neue möglichkeiten in reichweite: ein eigenes heim, das auch für die unteren einkommen finanzierbar ist. strohballen-häuser ermöglichen bis zu 50% tiefere baukosten, jurten bis zu 90%! besonders interessant ist auch die kombination von strohballenhäusern, jurten und domen - kombiniert mit einer gemeinschaftlichen lebensweise, als öko-siedlung oder als hausgemeinschaft. um etwas sozial und ökologisch sinnvolles zu bauen ist es notwendig, über die gartenzaun-mentalität der einfamilienhaus-idylle hinauszuschauen: einfamilienhäuser sind zu teuer, fressen zuviel energie, verschandeln die landschaft und reduzieren die gemeinschaftsfähigkeit ihrer bewohner. einen zukunftsfähigeren ansatz bieten gemeinschaftssiedlungen vor allem in verbindung/kooperation mit einem bauernhof/einem food-coop mit permakultur.

wenn wir eine neue welt wollen, müssen wir sie selber kreieren.